Bericht 11 Nordtangente

 

Nordtangente

 

Das ist das dritte Heft der Bürgerzeitung in neuer Aufmachung, farbig und frisch, mit gefälliger Ausgestaltung, gut lesbar. Für die zehn Bürgerhefte Bulacher Bote, Der Schlaucher, Hagsfelder Bürgerblatt, Die Nordweststadt, Oberreuter Waldpost, Oststadtbürger, Rintheimer Bürgerblatt, Die Südweststadt, Waldstadtbürger und Weststadtspiegel haben sich auch die vertrauten Vertriebs- und Verlagspartner geändert: die Stober-Gruppe, mit guten Ideen, hat von Bürgervereinen Karlsruhes das Vertrauen zur Produktion erhalten. Unsere Geschäftsleute sollen wissen, Leser und Kunden finden Sie in den  Heften der Bürgervereine. Produkte von Mitbewerbern, in denen Allgemeines über Karlsruhe zu lesen ist, sind mit unseren originalen Bürgerzeitungen nicht zu vergleichen und bitte auch nicht zu verwechseln.

Am 13. Juni 2004 ist die Gemeinderatswahl, gleichzeitig findet die Europawahl statt. Nutzen Sie die Gelegenheit, an den Wahlkampfständen die Gemeinderats-Kandidaten nach den für Sie wichtigen Problemen in der Stadt, aber auch im Ihrem Stadtteil zu befragen. Machen Sie Gebrauch von Ihrem Wahlrecht, Demokratie lebt von der Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger. Die Bürgervereine und die AKB haben sich zur parteipolitischen Neutralität und Unabhängigkeit verpflichtet und sprechen daher keine Wahlempfehlung aus bis auf eine: Gehen Sie zur Wahl am 13. Juni 2004.

Die ersten Baumaßnahmen der Nordtangente beginnen in Hagsfeld noch in diesem Jahr und bringen diesem Stadtteil mit der Fortsetzung bis zur Haid-und-Neu-Straße die notwendige Entlastung. „Unverzichtbar bleibe der Lückenschluss ... durch die Nordtangente. Ihr komme neben der heute schon dringend gebotenen Entlastung der Südtangente die Funktion zu, die bis ins Jahr 2015 prognostizierten Verkehrszuwächse abzufangen“, heißt es in der Presseinformation der Stadt. Der Gemeinderat hatte sich im Jahre 1982 für den Bau der Nordtangente als „Hängebauchvariante“ entschieden. Bürgerinnen und Bürger der Waldstadt, Nordweststadt Nordstadt, Neureut, Neureut-Heide und Knielingen befürchten jedoch Einschränkungen ihrer Wohn- und Lebensqualität.

Die Stadt erwartet, bestärkt durch mehrere Gutachten, einen verkehrlichen Nutzen und einen wichtigen Beitrag für die Stadtentwicklung. Die Nordtangente als Baumaßnahme des Bundes (B10) ist im Bundesverkehrswegeplan von 2003 für den Vordringlichen Bedarf aufgenommen. Wenn dieser Plan im Sommer 2004 vom Bundestag beschlossen sein wird, kann das Regierungspräsidium Karlsruhe mit Planungsvorarbeiten zur Nordtangente-West beginnen. Im Zuge der Planungsverfahren werden erneut Trassenalternativen und die Lage einer eventuellen zweiten Rheinbrücke zu diskutieren sein.

Anders als für Entlastungsstraßen finden Verbindungen für überregionale Verkehrsströme zwischen den linksrheinischen und rechtsrheinischen Autobahnen durch bewohnte Stadtteile wenig Akzeptanz. Neue Planungen müssen auch die Zunahme des Ost-West-LKW-Verkehrs in der seit Mai 2004 erweiterten EU berücksichtigen. Offen diskutiert wird die Frage: Gibt es überhaupt eine akzeptable Trassenführung für eine Nordtangente, die lokale Entlastungsfunktionen übernehmen soll,  der aber gleichzeitig auch eine überregionale Funktion für den Ost-West-Autobahn-Verkehr aufgedrückt wird, wie es bei der Südtangente festzustellen ist. Müssen wir nicht sogar den Mut aufbringen, ganz neu zu denken? Und hat die lokale Entlastungsfunktion einer so genannten „Nordtrasse“ (nördlich der Raffinerien) einen ausreichenden Verkehrswert und kann sie an ökologischen Schutzgebieten vorbeigeführt werden?

Städtische Überlegungen sehen als Nordtangente-West eine Straße vor, die nicht mit der Größenordnung der Südtangente verglichen werden kann, sie ist nicht vier-, sondern zwei-streifig geplant. Bei ihrer Realisierung sollen sämtliche schalltechnischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden (Abrückung von der Wohnbebauung, Schallschutzwerke usw.), um so die Beeinträchtigung für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Dieses Versprechen fördert hoffentlich den Bau der Schallschutzmaßnahmen an der Südtangente, der für Knielingen schon vom Gemeinderat beschlossen war, aber aus Geldmangel verschoben wurde, und deren Planungen auch für Beiertheim und Bulach in der Schublade liegen und realisiert werden sollen, sobald es die städtische Finanzlage zulässt.

Der Hinterhofwettbewerb wird zum 25. Mal vom Gartenbauamt durchgeführt. Projekte zur Begrünung von Höfen, Dächern und Fassaden werden durch Beratung und finanzielle Unterstützung gefördert. Bürgervereine unterstützen die lobenswerte Aktivität auch durch Mitarbeit in der Jury.

Vom 17. bis 20. Juni feiert Karlsruhe Geburtstag. Die Bürgervereine feiern mit und gestalten das Draisinenrennen am Friedrichplatz mit. In sportlichen Wettkämpfen sollen Vertreter der Stadtteile um den Sieg kämpfen. Wir wollen so ehren und erinnern an Karl Wilhelm Friedrich Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn, der am 29. April 1785 in Karlsruhe geboren wurde. 1817 baute er das erste Modell des später Draisine genannten Laufrades und befuhr damit die Strecke Mannheim - Schwetzingen. Dieses Laufrad hatte noch keine Pedale, aber bereits ein  lenkbares Vorderrad, und wurde schließlich zum Fahrrad weiterentwickelt. Das Fahrrad weckte rund ein halbes Jahrhundert später das Interesse von Karl Benz an  Fahrzeugen und trug damit indirekt zur Erfindung des Autos bei. So darf man zu Recht sagen: „Karlsruhe stellte die Welt auf Räder.“

Es grüßt Sie

Ihr

Prof. Dr. Wolfgang Fritz

AKB-Vorsitzender

Zurück zu: Berichte
Zum Beginn der Seite