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Dienste für das Leben im Stadtteil Jubiläen in Oberreut und der Waldstadt
Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe,
wohnnah, im eigenen Stadtteil, werden Dienste, Hilfen und Treffmöglichkeiten von Seiten der Stadt Karlsruhe, aber auch durch vielfältige ehrenamtliche Gruppen angeboten. Zwei Stadtteile, die ich heute wegen ihrer Jubiläen herausgreife, demonstrieren beispielhaft die Mannigfaltigkeit der Angebote: im Südwesten der Stadt feiert der Bürgerverein Oberreut sein 40-jähriges Bestehen, und im Nordosten kann der Bürgerverein Waldstadt auf das 10-jährige Bestehen der Begegnungsstätte zurückblicken.
Am 10. April 1964 gründete im damals noch ganz neuen Stadtteil Oberreut ein erster Vorstand um Jakob Welter den Bürgerverein Oberreut e.V. Als Vereinsziel hatten sie sich die parteipolitische und konfessionelle Neutralität, die Wahrung und Förderung der Allgemeininteressen des Stadtteils sowie die Förderung und Pflege des Gemeinschaftslebens auf die Fahnen geschrieben.
Doch ohne ein "Sprachrohr" war es nicht einfach die Bevölkerung flächendeckend zu erreichen. Bereits im Januar 1966 erschien die erste Ausgabe der Oberreuter Waldpost, dem Mitteilungsblatt des Bürgerverein Oberreut, das auch den Institutionen der im März 1970 gegründeten Interessengemeinschaft Oberreut zur Verfügung steht. Zum Jahresende 2004 wird die 200. Ausgabe der Waldpost im 36. Jahrgang an alle Oberreuter Haushalte verteilt sein.
Waren es 1970 noch 2400 Einwohner auf einer Fläche von etwa 61 ha, so konnte man Ende 2000 auf 240 ha fast 10.000 Einwohner in über 4200 Wohnungen zählen. Die Auflage wurde so erheblich gesteigert, die zweimonatige Erscheinungsweise blieb aber unverändert, sodass mancher Artikel bei Erscheinen bereits überholt war. Doch für diejenigen, die einen Internetzugang haben, wird unter www.oberreut.org auch ganz aktuell berichtet. Und über die Bürgervitrinen, jetzt auch eine neue gegenüber der Haltestelle Oberreut Zentrum, können sich Bürgerinnen und Bürger aktuell informieren.
Und über manches kann man stolz berichten. Nach jahrelangem Bemühen konnten endlich Erfolge in der Einkaufssituation erreicht werden: das geplante Nahversorgungszentrum am Badeniaplatz kann wohl endlich doch realisiert werden. Das Ressort Altpapiersammlungen mit einem jährlichen Sammelergebnis von 200 Tonnen bildet die Säule der finanziellen Unterstützung des Bürgervereins an andere Vereine und Institutionen im Stadtteil. Auf die Jugendproblematik und Ausländerintegration hat der Bürgerverein immer wieder aufmerksam gemacht und auf die Notwendigkeit eines Streetworkers hingewiesen und im Moment eine Verlängerung bis Mitte 2006 erreichen können. Regelmäßig werden Busausflüge angeboten und gern angenommen. Das berühmte Oberreuter Sommerfest, dieses Jahr zum 36. Mal, kostet zwar viel Vorbereitungsarbeit, aber ist aus Oberreut nicht mehr wegzudenken, ebenso wenig der Oberreuter Fanfarenzug, deren Auftritte viele Karlsruher auch außerhalb von Oberreut genießen durften.
Der Bürgervereins-Vorsitzende Klaus Schaarschmidt wird auf dem Bürgerforum zum 40-jährigen Bestehen mit Recht darauf verweisen können, das in den vier Jahrzehnten aktive und erfolgreiche Arbeit für die Allgemeininteressen seines Stadtteils und für das Gemeinschaftsleben geleistet wurde. Die AKB dankt all den vielen Damen und Herren, die diese Leistungen im Bürgerverein Oberreut und den anderen ehrenamtlichen Gruppen erbracht haben.
Einen weiteren Blick lenke ich auf den Bürgerverein Waldstadt e. V., dessen Vorsitzender Dr. Hubert Keller, der auch stellvertretender Vorsitzender der AKB ist, verschiedene drängende Wünsche für die Waldstädter formuliert: den Neubau eines Schülerhorts, die Realisierung eines Jugendtreffs, die Mittagsverpflegungsmöglichkeit für die Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums, die finanzielle Unterstützung der Sportvereine, die Anerkennung der bisherigen Leistungen und die notwendigen Zukunftsinvestitionen für das Fächerbad bei der Umsetzung des Bäderkonzepts der Stadt Karlsruhe und die Realisierung von Verkehrsführungen, die die Wohnqualität der Waldstadt erhalten. Das 10-jährige Bestehen der Begegnungsstätte Waldstadt gibt jedoch Anlass, dessen Wirken besonders herauszuheben, das nach Meinung des Arbeitskreises Bildung, Kultur und Soziales der AKB beispielhaft für andere Stadtteile sein kann.
Die Begegnungsstätte Waldstadt im Altenhilfezentrum Karlsruhe Nord-Ost liegt in der Glogauer Straße Ecke Beuthener Straße gegenüber dem Waldstadtzentrum. Geleitet wird sie von Frau Christel Stenzel. Im Beirat wirken mit unter dem Vorsitz von Frau Renate Schweiger vom Bürgerverein der Bürgerverein Waldstadt selber, die Evang. Pfarrgemeinden Waldstadt Nord und Süd, die Kath. Kirchengemeinde St. Hedwig, die AWO OV-Waldstadt, der VDK-OV Karlsruhe und der SSC Karlsruhe.
Vielfältig sind die Angebote im Wochenprogramm: Die Volkshochschule lehrt Englisch, es gibt ein Mütter-Café, „Alt und Jung Hand in Hand“ und Kinderbetreuung durch Seniorinnen und Senioren und ebenso Singen und Musizieren sowie ein lustiges Gedächtnistraining gehören dazu. Auch das Trauer-Café, das Hinterbliebenen die oftmals schwierige Situation zu bewältigen hilft, ist dort angesiedelt. Gymnastik speziell für Seniorinnen und Beckenboden-Gymnastik, Begegnungen bei Kaffee und Kuchen, Spielnachmittage und Kleinkinder-Spielgruppen, Sprechstunden des VDK und Vorstandstermine des Bürgervereins und anderer Gruppen sorgen für eine volle Belegung.
Besonders hervorzuheben ist aber auch das soziale Engagement des Bürgervereins Waldstadt. In den äußerst informativen Broschüren, die der Stellvertretende Vorsitzende Gebhard Schramm erstellt hat und die man gegen eine kleine Kopierkostenerstattung erhalten kann, gibt einen zusammenfassenden und immer wieder aktualisierten 5-seiten Bericht über die Kindergärten und Kindertagesstätten in der Waldstadt und Hagsfeld. Eltern finden dort die Informationen, die sie sonst mühsam zusammentragen müssten, über Öffnungszeiten, welche Art von Essensversorgung geboten wird und wer der Träger ist und vieles mehr. Die Broschüre Deutsche unter Deutschen hilft bei der Lösung der Problematik der Russland-Spätaussiedler-Integration im Bereich Karlsruhe-Waldstadt und Umgebung. Viel nachgefragt wird auch das Heft zur Patientenverfügung, das allerdings richtigerweise den Titel„Von der Notwendigkeit, eine Vollmacht und eine Betreuungsverfügung, dien eine Patientenverfügung einschließen, auszustellen“ hat. Wenn auch der volle Titel zunächst kompliziert klingt, so kann anerkennend gesagt werden, dass Herr Schramm eine gut lesbare, ausführliche und wichtige Informationsschrift erstellt hat. In der Broschüre Altwerden in der Waldstadt ist soviel an Wissen über stadtteilspezifische Hilfsangebote und Informationen zusammengepackt, dass ältere Mitbürger genauso wie Jüngere, die mit Älteren in ihrer Familie oder der Nachbarschaft zu tun haben, sich das Heft beim Bürgerverein besorgen sollten.
Sowohl der Bürgerverein Oberreut als 40-jähriger Jubilar als auch der Bürgerverein Waldstadt mit der Begegnungsstätte, die ein 10-jähriges Jubiläum feiert, sind zwei Beispiele für die wichtige Arbeit der 25 Bürgervereine in Karlsruhe, die ehrenamtlichen Dienst für das Leben in ihrem jeweiligen Stadtteil leisten und welche die Zusammenarbeit mit anderen ehrenamtlich tätigen Gruppen und auch mit der Stadt Karlsruhe und ihren Ämtern organisieren.
Ihr
Prof. Dr. Wolfgang Fritz
AKB-Vorsitzender
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