Bericht 16 Brunnen

Der Fächerblick:

Wenn alle Brünnlein fließen …

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Neben der Europahalle kann man über den Brunnen zum Rodelhügel in der Günther-Klotz-Anlage schauen.

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe,

viele Lieder besingen ihn, den Brunnen. Zu den ganz bekannten Volksliedern gehören  „Wenn alle Brünnlein fließen“ und „Am Brunnen vor dem Tore“. Brunnen sind Treffpunkt, aber auch Ruhepunkt und Erholungsort. Plätscherndes Wasser sieht und hört der Mensch gerne, es wirkt beruhigend. Brunnen dienen nicht nur der reinen Wasserförderung. Schon immer waren künstlerisch gestaltete Brunnen üblich, Berühmt ist das Brunnenhaus im benachbarten Kloster Maulbronn, das als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt ist. In unserer Fächerstadt gibt es 200 Brunnen, davon 40 Trinkwasserbrunnen, eine stolze Zahl. Sie sind in allen Stadtteilen zu finden, und jeder einzelne von ihnen hat sein individuelles künstlerisches Gepräge.

Leider werden unsere Brunnen häufig als Abfallbehälter missbraucht. Sie werden verschmutzt durch Zigarettenkippen, Flaschen und anderen Unrat. Dazu kommt noch Laub und häufig auch Taubenkot. Das für die Wartung zuständige Gartenbauamt und die Stadtwerke sind personell nicht in der Lage, alle über 200 Brunnen in Karlsruhe wöchentlich zu reinigen. Darum hat die Europäische Brunnengesellschaft, die 2004 gegründet worden ist, die Idee von Brunnenpatenschaften entwickelt.

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Der Hygieia-Brunnen, steht vor dem Vierordtbad. Errichtet wurde er zwischen 1905 und 1909 nach einem Entwurf von Johannes Hirt.

Die Brunnenpaten sollen ein Auge auf „ihren“ Brunnen haben, grobe Verschmutzungen entfernen und Beschädigungen an die zuständigen Stellen melden. Sie erhalten dafür notwendige Hilfsgeräte wie Bürste und Schlauch usw. und von der Stadt Karlsruhe einen schön gestalteten Brunnenpaten-Ausweis, unterschrieben von Herrn Oberbürgermeister Heinz Fenrich. Außerdem werden sie einmal im Jahr zu zur Belohnung zu einem Brunnenmahl eingeladen. Zwei Dutzend Brunnenpaten konnten schon gewonnen werden, aber bei der Vielzahl unserer Brunnen werden noch weitaus mehr benötigt. Auch der Präsident der als gemeinnützig anerkannten Europäischen Brunnengesellschaft, Herr Prof. Dr. Dietrich Maier, hat übrigens schon mit Unterstützung von freiwilligen Helfern bei einigen zig Brunnen selbst zu Schlauch und Bürste gegriffen. Eine schöne Kenntnis über die Karlsruher Brunnenlandschaft gewinnt man aus seinem Buch (Dietrich Maier: "Karlsruher Brunnen. Bilder - Modelle - Fotografien", hrsg. von den Stadtwerken Karlsruhe GmbH). Maier, der ehemalige stellvertretende Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe, ist ein in Fachkreisen angesehener Wasserchemiker.

Wer Interesse hat die Patenschaft für einen unserer Brunnen zu übernehmen, kann sich beim Brunnentelefon der Europäischen Brunnengesellschaft unter Tel. 0172 - 7 20 63 09 anmelden. Dieses Angebot richtet sich ausdrücklich nicht nur an Privatpersonen, sondern auch Geschäftsinhaber. Sie können den Brunnen vor ihrem Laden unterstützen, oder Schulklassen die Schulbrunnen umsorgen. Es soll in der Bürgerschaft das Gefühl für den richtigen Umgang mit dem Kulturgut „Brunnen“ zurück gewonnen werden.

Wer kennt nicht den Stephansplatz- Brunnen hinter der Postgalerie (1905, Hermann Billing und Hermann Binz)

… oder den Weinbrennerbrunnen auf dem Ludwigsplatz.

Die Europäische Brunnengesellschaft ist vielfältig aktiv. Alle 40 Trinkbrunnen in Karlsruhe, die über ein am Brunnen angebrachtem Schild als solche ausgewiesen sind, untersucht sie auf ihre bakteriologische Trinkwasserqualität. Im Gegensatz zu den amtlichen Probennahmen werden dabei die Hahnen nicht abgeflammt, da der Bürger das vor dem Trinken ja auch nicht machen kann. Die Aktion lief schon 2004 von Ende Juli bis Mitte August.

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Das mit der Untersuchung beauftragte Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe hat in keinem Fall eine Beanstandung ausgesprochen. Das Wasser aus den Zapfhähnen der Karlsruher Trinkwasserbrunnen kann also bedenkenlos getrunken werden. Es hat die gleiche Qualität wie das Trinkwasser aus der Wasserleitung in den Wohnungen. Dies gilt leider nicht für das Wasser aus den Brunnenbecken und für die 164 Brunnen, in denen das Wasser aus den Brunnenbecken nicht aus der Trinkwasserleitung kommt, sondern durch Pumpen umgewälzt wird. Die Brunnenbecken enthalten, wie schon gesagt, allerlei Unrat, dazu Taubenkot und die dadurch vermehrt geförderten Bakterien und Algen. Das Wasser in diesen Brunnen wird allerdings regelmäßig erneuert. Es dürfte deshalb unbedenklich sein. Kinder in diesen Becken plantschen zu lassen. Sie sollten das Wasser aber nicht trinken und sich nachher zu Hause die Hände waschen.

Weit über Karlsruhe hinaus gehen andere Aktivitäten der Europäischen Brunnengesellschaft. Aus Spendengeldern wurden zwei Trinkwasserbrunnen in Kenia gebaut. Nach der Flutkatastrophe in Südostasien wurde mit eigens entwickelten robusten und preiswerten Wasseraufbereitungsaggregaten schnelle Hilfe an einigen Brennpunkten gebracht. Ich denke, wer so erfolgreich hilft, dem sollte auch unsere Unterstützung gelten. Wer die Europäische Brunnengesellschaft finanziell unterstützen möchte (Konto 4815564 bei der BB-Bank Karlsruhe BLZ 660 908 00), sollte für den Erhalt einer Spendenbescheinigung seine Adresse angeben.

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Der Narrenbrun nen auf dem Kronenplat z erfreut nicht nur in der „fünften Jahreszeit“.


Tradition vermittelt auch das dritte Draisinenrennen um den Drais-Pokal des Oberbürgermeisters auf dem Friedrichsplatz, das am Sonntag, dem 19. Juni 2005 in der Zeit von 11 bis 18 Uhr stattfinden soll. Das Organisations-Komitee (die AKB, die Radsportgemeinschaft Karlsruhe und Höfel-Event) bereiten dies zusammen mit den Bürgervereinen vor. Parallel zur AOK, die am gleichen Tag unter dem Motto „Mobil ohne Auto“ durch einen Radsonntag auf der Kriegsstraße das Fahrradfahren als Gesundheitsfaktor fördern will, werden auf dem Friedrichsplatz

  • das Rennen um den Drais-Pokal mit den von den Bürgervereinen bzw. Ortschaftsräten benannten Vertretern der Stadtteile mit Vorläufen und dem Endlauf,
  • ein Rennen von Mitgliedern der Bürgervereinsvorstände,
  • ein Rennen von Vertretern der Hochschulen in Karlsruhe,
  • ein Prominenten-Rennen und
  • ein Rennen für jedermann
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stattfinden.

Wenn Sie beim Drais-Pokal für Ihren Stadtteil sich oder jemanden anderen benennen möchten, wenden Sie sich bitte an Ihren Bürgerverein. Und kommen Sie am 19. Juni zum Friedrichplatz, dort werden spannende Rennen auf den traditionellen Laufmaschinen und Unterhaltung geboten werden.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr

Prof. Dr. Wolfgang Fritz
AKB-Vorsitzender

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