|
Karlsruhe - Stätte der Wissenschaft und Forschung
Die Stadt Karlsruhe und die Technologie Region Karlsruhe weisen eine äußerst hohe Forscherdichte auf. Immerhin sind hier fast zehn Prozent aller Industriebeschäftigten im Bereicht Forschung und Entwicklung tätig – damit hält Karlsruhe in Baden-Württemberg die Spitze und im bundesweiten Vergleich eine Position unter den großen Fünf.
Stolz können die Karlsruher sein auf ihre namhaften Tüftler sein: In ihrer Stadt wurde das Fahrrad erfunden. Die erste in einer Maschinenfabrik gebaute Lokomotive stammt aus Karlsruhe. Carl Benz stammt aus Mühlburg. Heinrich Hertz entdeckte an der ältesten Karlsruher Hochschule die elektromagnetischen Wellen, deren Nutzung Radio, Fernsehen und mobiles Telefonieren erst möglich gemacht hat. Aber badischer Erfindergeist ist kein Prädikat der Vergangenheit. Bis heute schreiben junge Querdenker und angesehene Wissenschaftler aus Karlsruhe mit ihren Patenten Geschichte, wenn auch nicht mehr so spektakulär wie die Erfinder vergangener Jahrhunderte. Viele von denen kamen nach der Karlsruhe wegen seiner ausgezeichneten Hochschulen.
Die badische Metropole ist im Südwesten die Stadt mit den meisten Hochschulen. Sieben Einrichtungen des tertiären Bildungsbereichs beherbergt sie in ihrem Gebiet, mehr als alle anderen Städte in Baden-Württemberg.
Die älteste Hochschule ist die angesehene Universität Karlsruhe (TH), die schon 1825 als erstes Polytechnikum in Deutschland von Tulla und Weinbrenner gegründet wurde. Sie ist mit 16.000 Studenten zugleich die größte Hochschule und genießt internationale Anerkennung.
Die ebenfalls international renommierte Fachhochschule Karlsruhe – Hochschule für Technik ging aus der 1878 gegründeten Badischen Baugewerkeschule hervor und feiert dieses Jahr ihr 125-Jahr-Jubiläum. Anwendungs- bezogene Lehre für über 5.000 Studenten und ange- wandte Forschung sind die Grundlage für enge partner- schaftliche Beziehungen zu mittelständischen Unterneh- men, aber auch zur Großindustrie und öffentlichen Einrichtungen in unserem Raum.
Die Pädagogische Hochschule hat 2500 Studenten. Kleiner sind die Berufsakademie, die 1800 Studenten wie die Hochschulen im tertiären Bildungsbereich erfolgreich ausbildet, die Hochschule für Musik im Schloss Gottesaue mit 570 Studenten, die Akademie der bildenden Künste mit 260 und die Hochschule für Gestaltung (HfG) mit 400 Studenten, die dem Zentrum für Kunst und Medien- technologie (ZKM) benachbart ist und mit ihm für Kunst und Design eine ganz neue Qualität in die Fächerstadt gebracht hat. Insgesamt über 26.000 junge Leute studieren in Karlsruhe, Tendenz steigend. Und damit gibt es bei der Wohnungssuche zunehmend Probleme, wenn nicht Karlsruher auch privat Unterkünfte zur Verfügung stellen.
Markgraf Karl-Wilhelms holte, als er 1715 Karlsruhe gründete, aus ganz Deutschland Bauleute, Kaufleute, Handwerker und Verwaltungsfachleute und verwirklichte mit ihnen gemeinsam seine Vision einer neuen Stadt. Heute holen die renommierten Karlsruher Hochschulen junge Leute von überall her in unsere Stadt, nicht nur aus Deutschland. Sie werden ordentlich ausgebildet, sie lernen Karlsruhe lieben – seine wahren Qualitäten erschließen sich ja erst mit dem Verweilen – und sie bleiben dann oft gerne hier. Auf diese Weise kommen die Karlsruher Unternehmen zu guten Ingenieuren, Informatikern und Betriebswirten, die man andernorts mit der Lupe suchen muss. Und so entstehen neue Arbeitsplätze. Allein durch die Erfindungen von Prof. Dr. Gunther Krieg von der Fachhochschule Karlsruhe und seinen Mitarbeiten dürften im Raum Karlsruhe mit deren neuen Produkten tausend Arbeitsplätze entstanden sein.
Damit neue Arbeitsplätze entstehen wurde in Karlsruhe mehr getan. Aktivitäten der Wirtschaftsförderung der Stadt, der Industrie- und Handelskammer und das Cyberforum wirken erfolgreich. Eine der Anlaufstellen für kreative Köpfe am Mittleren Oberrhein ist der Verein “Karlsruher Existenzgründungs-Impuls” (KEIM). Der Verein geht auf eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zurück. Sein 1998 gesetztes Ziel: Unterstützen von Existenzgründern, die aus den Hochschulen kommen. Es ist erstaunlich, welches Potential an Erfindungen und Firmengründern an den Universitäten und Fachhochschulen heranwächst. “100 junge technologieorientierte Unternehmen mit 1000 Arbeitsplätzen sollen in den kommenden drei Jahren entstehen”, ist das Ziel von KEIM. An die 700 Arbeitsplätze sind schon entstanden, die von KEIM und seinen Netzwerkpartnern beraten und betreut wurden. Rund 60 Professorinnen und Professoren der Universität und der Fachhochschule Karlsruhe, Fachhochschule Pforzheim und des Forschungszentrums Karlsruhe unter- stützen die gemeinsame Initiative an den Hochschulen.
Das Magazin Capital machte vor einem Jahr die Perspektiven für Wachstum und Arbeitsplätze an den Städten fest. Karlsruhe zählt zu den “Wachstumsmotoren für den Standort Deutschland”. Das Profil als Hightech-Standort wird durch einen innovativen Mittelstand geprägt. Diese Firmen tummeln sich eher selten in der Öffentlichkeit, aber unter Insidern haben sie einen guten Namen, sie sind in ihrer Nische nicht selten zu Weltmarktführern aufgestiegen. Dass das Klima für diese Unternehmen in der Region so gut ist, liegt auch an der hervorragenden Verkehrsstruktur und den günstigen Flächen für Ansiedlungen, aber nicht zuletzt auch an den Hochschulen und den rund 20 Forschungseinrichtungen der Region.
Die Stuttgarter Zeitung schrieb am 24.12.2002 in einem Wirtschaftsartikel unter der Überschrift “Baden überrundet Württemberg”: Der Kreis Karlsruhe ganz vorn mit einem weit über den Landesdurchschnitt liegendem Wachstum. Und der Stadtkreis Karlsruhe liegt mit seinem Wachstum von 28,28 % in den Jahren 1991 bis 2000 deutlich vor dem Stadtkreis Stuttgart mit 20,21 %. Die Dynamik ist gut für die hiesige Wirtschaft, gut für die Beschäftigungs- situation, gut für alle Karlsruher Bürger.
Ihr
Prof. Dr. Wolfgang Fritz
AKB-Vorsitzender
|