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Ähnliche Erfahrungen hat Pfarrer Dr. Uwe Hauser von der evangelischen Gemeinde Nord gesammelt: Es gab anfänglich enorme Schwierigkeiten, Ruhe in das Neubaugebiet Geroldsäcker mit 3000 Neubürgern, darunter viele Aussiedler, zu bringen. Im Zusammenwirken von Bürgerverein, Stadtverwaltung, Polizei, Kirchen und Vereinen konnten Wege gefunden werden, die Probleme zu lösen.
Aus den Reihen der Teilnehmer der öffentlichen Veranstaltung gab es zum Teil heftige Kritik. „Bürgervereine werden im Planungsausschuss der Stadt immer dann gerne gehört, wenn sie deren Meinung vertreten“, war der Inhalt einer Wortmeldung. Und es wurde der Besuch des Oberbürgermeister Fenrich bei der Bürgerkommission Hagsfeld als „reine Mitteilungsveranstaltung des Bürgermeisters“ charakterisiert. Demgegenüber unterstrich Gerhard Herm, AKB-Ehrenvorsitzender: „Andere Städte müssen eine Institution, die Einspruch erheben kann, erst gründen.“ Für ihn hat Karlsruhe die Bürgervereine immer akzeptiert und deren Wünsche auch realisiert. Zielosko äußerte, die Realität läge irgendwo zwischen diesen widersprüchlichen Aussagen; so gebe es Vorschläge der Bürger-Gesellschaft Südstadt, die bei der Stadt Gehör finden, andere nicht.
Ich bin davon überzeugt, dass die großartige ehrenamtliche Tätigkeit der Bürgervereine von den Karlsruher Bürgern, von den meisten politisch Tätigen und von der Stadtverwaltung respektiert wird. Die Möglichkeit zur Mitarbeit der Bürgervereine, auch wenn sie kein gesetzlich verankertes Gremium sind, im gemeinderätlichen Planungsausschuss, ferner die Durchführung von Bürgerversammlung durch die Stadt in Gemeinsamkeit mit den Bürgervereinen, und drittens die Bereitschaft der Rathausspitze, mit den Bürgervereinsvorständen Auskunft zu geben und Probleme zu erörtern, sind organisatorische Eckpfeiler einer guten Stadtkultur. Andererseits sind Verbesserungen nötig. Es gibt noch zu häufig verspätete Informationen von Ämtern. Manche Ämter sind bürokratisch und zeigen sich als „beratungsresistent“.
Die finanzielle Unterstützung der Bürgervereine muss verbessert werden. Als Teil ihres Aufgabenspektrums sehen viele Bürgervereine auch die Durchführung von Straßenfeste und öffentliche Veranstaltungen an, die sie meist gemeinsam mit Stadtteilvereinen, Kirchengemeinden und anderen Verbänden organisieren. Sie dienen der Hebung des bürgerschaftlichen Zusammenhaltes und der Ausprägung der Stadtteilidentität und liegen im gesamtstädtischen Interesse. Aber allein die Belastung mit Gebühren, Erstattungen und sonstigen Abgaben an Genehmigungsbehörden der Stadt und des Landes und an städtische Gesellschaften liegen meist weit über den gesamten städtischen Jahreszuschuss. Das ist nicht in Ordnung. Generell meine ich: Das ehrenamtliche Wirken so vieler gerade auch sachverständiger Bürgerinnen und Bürger zum Wohle ihrer Stadtteile und für ganz Karlsruhe sollte angemessener finanziell unterstützt werden.
Etwas ganz anderes: Das Jahr 2006 veranlasst uns, einen Blick in die Geschichte Badens zu werfen. Im Sommer 1806 trat Baden dem Rheinbund bei. Kurfürst Karl Friedrich nahm jetzt den Titel „Großherzog“ an. Mit den großen Gebietserwerbungen (vor allem Breisgau, Ortenau, Kurpfalz) in den Jahren 1802 bis 1806 (später gab es weitere Ergänzungen) wuchs die Bedeutung des Landes, das Staatsgebiet umfasste 15000 qkm, es hatte nun 900.000 Einwohner. Freiheit, Gleichheit und Eigentum prägten fortan die Entwicklung des vom Main bis zum Bodensee reichenden Landes. Neben Verwaltung und Wirtschaft wurden die Universitäten Heidelberg und Freiburg gefördert. Wegen seiner Vorliebe für Schulen und Ausbildung bekam Baden später den Ruf des Musterländle.
Dieses wichtige Jahr für Baden wird 2006 mit etlichen Veranstaltungen begleitet werden. OB Heinz Fenrich hat die Schirmherrschaft über die Veranstaltungen übernommen. Für die gemeinsam mit der wirkstatt e.V., in Kooperation mit der Landesvereinigung Baden in Europa e.V. und der Stadt Karlsruhe initiierten Veranstaltungsreihe hat Frau Cornelia Vogel, projektART die Gesamtleitung der Projekte.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr Prof. Dr. Wolfgang Fritz
AKB-Vorsitzender
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