Bericht 31 Blaue Tonne

Blaue Tonne wäre unvernünftig

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe,

Unverständnis ruft die Absicht einer privaten Firma hervor, eine blaue Tonne für Altpapier in Karlsruhe einzuführen. Ist der Anstieg der Altpapierpreise in den letzten zwei Jahren der Grund dafür? Immerhin: Seit Jahrzehnten sammeln in vielen Stadtteilen Jugendgruppen von Kirchengemeinden, Sportvereinen und Bürgervereinen kostenlos, regelmäßig und zuverlässig das Altpapier ein, um es einer sinnvollen Wiederverwertung zuzuführen.

Die Tatsache, dass Papierabfälle sich wieder zu neuem Papier verwenden lassen, ist schon den alten Handpapiermachern bekannt gewesen. Ganz selbstverständlich haben sie ihre eigenen Papierabfälle dem "Stoff", also der Papierrohmasse, wieder zugeführt. Das gesammelte Altpapier ist ein wertvoller Rohstoff, Papier ist zu wertvoll zum Verbrennen.

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Muss zu grün, grau und rot noch blau dazukommen?

Presseerklärung der AKB zur „Blauen Tonne“

Die Arbeitsgemeinschaft der Karlsruher Bürgervereine setzt sich dafür ein, Altpapier weiterhin auf die bewährte Art zu entsorgen, es also entweder in die städtische Wertstofftonne zu geben oder den Sammlungen der Jugendorganisationen zu überlassen. Mit dem Erlös, den die Stadt durch die Wertstofftonne erzielt, belohnt sie die Sammelaktionen der Jugend, indem sie ihnen einen festen Abnahmepreis garantiert. So können die Vereine mit einer sicheren Unterstützung ihrer Jugendarbeit rechnen. Die Leistungsfähigkeit der örtlichen Vereine zu erhalten, ist seit jeher ein besonderes Anliegen der Karlsruher Bürgervereine. Sie bitten daher die Bürgerinnen und Bürger, wie gewohnt zu verfahren und nicht auf die Werbeaktionen privater Unternehmen einzugehen.

Wertstofftonne und Altpapiersammlungen sind bewährt

Altpapier wird in Karlsruhe über die Wertstofftonne mit dem roten Deckel entsorgt. Darüber hinaus gibt es in vielen Stadtteilen die angesprochenen Altpapiersammlungen. Die Erlöse werden im Regelfall in die jeweilige Jugendarbeit investiert. Aus den Erlösen der Wertstofftonne bezuschusst die Stadt die karitativen Sammler. Die Einführung einer blauen Tonne würde für diese Vereine erhebliche finanzielle Einbußen mit sich bringen.

Der Bürgerverein Oberreut schrieb vor zwei Jahren in der Oberreuter Waldpost: „Unsere Sammler die bei Wind und Wetter jeden 1. Mittwoch kostenlos und fleißig das Altpapier einsammeln sind junge Menschen aus Oberreut, die nicht nur reden was man alles tun könnte oder machen sollte, sondern anpacken und über 20 Tonnen pro Sammeltag einsammeln. Der Ertrag der Sammlungen geht in Form von Spenden an unsere Vereine, Schulen oder Kindergärten.“

Auswirkungen auf die Gebühren befürchtet

Die Bürgervereine begrüßen, dass das Amt für Abfallwirtschaft (AfA) sich auch im Interesse der sammelnden Kirchengemeinden und Vereine mit gegen die „blaue Tonne“ wehrt. Diese Sammeltätigkeit habe eine soziale Funktion, so AfA-Chef Peter Blank. Die Blaue Tonne würde den karitativen Sammlern Papier entziehen.

Aber auch jeder einzelne Karlsruher könnte es bei der Gebührenhöhe zu spüren bekommen. wenn die Blaue Tonne der Privatfirma Kühl flächendeckend käme. Denn der Erlös aus dem Altpapierverkauf aus der Wertstofftonne, den die Stadt bisher über die Gebühren an die Bürger weitergibt, flösse dann in die Taschen dieser Privatfirma. Die behauptet, die Blaue Tonne sei für den Bürger kostenlos.  Aber müsste nicht in Wahrheit der Bürger über die Abfallgebühren das kompensieren, was die städtische Wertstofftonne an Erlös einbüßt. Blank: „Es kann nicht sein, dass sich ein Privater die Rosinen aus der Wertstoffsammlung pickt und damit unser gesamtes Entsorgungskonzept zerstört.“

Der Gemeinderats-Ausschuss für Umwelt und Gesundheit unter Leitung von Erstem Bürgermeister Siegfried König unterstützt die Haltung des Zentralen Juristischen Dienstes der Stadt und des Amts für Abfallwirtschaft in der Auffassung, dass die blaue Tonne dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallentsorgungsgesetz entgegen stehe und unzulässig sei. Befürchtet wird auch, dass die Privatfirma bei sinkenden Preisen für Altpapier die Karlsruher mit ihren Altpapierbergen schnell wieder im Stich lassen könnte.

Man muss auf Angebote nicht eingehen

Gegen die Untersagungsverfügung der Stadt klagt inzwischen die Privatfirma vor dem Verwaltungsgericht. Sollte sich die Stadt bei dem Gerichtsverfahren nicht durchsetzen können („Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand“), so liegt das weitere Geschehen in Ihrer Hand, der Hand der Bürgerinnen und Bürger. Man muss auf unvernünftige Angebote, selbst wenn sie juristisch erlaubt sein sollten, ja nicht eingehen.

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine bittet Sie: Geben Sie das Altpapier weiterhin zu den Sammlungen der Jugendlichen in den Kirchengemeinden und Vereinen, die damit die Jugendarbeit unterstützen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Prof. Dr. Wolfgang Fritz
AKB-Vorsitzender

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