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Auslösewerte 70 Dezibel tags bzw. 60 Dezibel nachts
Allerdings fehlen für die Umsetzung bisher noch konkrete Grenzwerte oder Richtlinien. Denn im Gegensatz zur Luftreinhalte-Richtlinie, die strenge Grenzwerte enthält, spricht die Umgebungslärmrichtlinie von „Auslösewerten“, die von den EU-Mitgliedsstaaten selbst zu definieren sind. Auf nationaler Ebene konnte bisher noch keine Einigung über Auslösewerte erzielt werden. Den Kommunen in Baden-Württemberg liegt zurzeit lediglich eine „Empfehlung“ des Umweltministeriums vor. Danach werden Maßnahmen nahegelegt, wenn Lärmpegel von 70 Dezibel am Tag und 60 Dezibel in der Nacht überschritten werden. Zwar hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung als Grenzwert für Mittelungspegel 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel bei Nacht empfohlen. Die WHO empfiehlt langfristig noch niedrigere Werte. Aber Bayern und Baden-Württemberg setzen sich im Bundesrat für die 70/60-Werte ein.
Kosten
Für die Kartierung hatte die Stadt einen Aufwand von 140.000 € aufgebracht. In einem zweiten Schritt, der Aktionsplanung, werden die Lärmkarten der Öffentlichkeit in verständlicher Darstellung und leicht zugänglichen Formaten und durch elektronische Kommunikationsmittel zugänglich gemacht. In dieser Phase, die bis zum Sommer 2008 dauert, sollen Vorschläge zur Lösung von Lärmproblemen und zur Minderung von Lärmauswirkungen unter Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeitet werden. Hierfür sind Kosten von 170.000 € angesetzt, von denen allerdings das Land zunächst 150.000 € Förderung übernimmt. Im dritten Schritt werden in den nächsten Jahren Lärmminderungsmaßnahmen vom Gemeinderat zu beschließen sein. Die Kosten können heute nicht abgeschätzt werden, aber wirksame Maßnahmen sind in der Regel teuer. So wurden vor 2 bis 3 Jahren für die Lärmschutzwand in Knielingen 1,3 Millionen €, die Lärmschutzanlagen am Bulacher Kreuz sogar 2,8 Millionen € Kosten angesetzt.
Einheitliche Berechnungen
Die Lärmkarten werden durch Simulation errechnet und aufgrund von fest vorgeschriebenen Berechnungsverfahren erstellt. Statt der Berechnungen Messungen in der gesamten Stadt und zu allen Tag- und Nachtzeiten durchzuführen wäre wegen des Riesenaufwands nicht möglich. Die Berechnungsmethodik ist aber gut erprobt und scheint zuverlässig zu sein. Den Berechnungen liegen zu Grunde ein digitales Geländemodell, Gebäudedaten und Einwohnerdaten zum einen und das Straßennetz, die Verkehrsstärken, die Lärmschutzwände und –wälle und die bestehenden Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Zur Beschreibung der Schallbelastung wurden die Kenngrößen LDEN (Tag-Abend-Nacht-Lärmindex) und LNight (Nacht-Lärmindex) definiert. Bei LDEN handelt es sich um einen Dauerschallpegel, der einen Indikator für die Belästigung darstellt. Dabei werden die Tagstunden (6 bis 18 Uhr) ohne Aufschlag, die Abendstunden (18 bis 22 Uhr) mit einem Aufschlag von 5 dB(A) und die Nachtstunden (22 bis 6 Uhr) mit einem Aufschlag von 10 dB(A) berücksichtigt.
Die Ausarbeitung der Lärmkarten war dabei getrennt für jede Lärmart (Straßenlärm, Schienenlärm, Fluglärm, Industrie- und Gewerbelärm einschließlich Hafenlärm) auf der Grundlage der Lärmindizes LDEN und LNight zu erfolgen.
Haupteisenbahnstrecken – auch innerhalb der Ballungsräume – werden nicht von der Stadt, sondern vom Eisenbahnbundesamt (EBA) kartiert. Die Bulacher und Beiertheimer und andere Bahnlärm-Betroffene müssen hier auf die Ergebnisse bis Anfang 2008 warten.
Lärmart Straßenverkehr, Zeitbereich nachts
Für die Lärmart Straßenverkehr und den Zeitbereich nachts ist eine Lärmkartierungskarte dargestellt, die im Auftrag des Stadtplanungsamts der Stadt Karlsruhe erstellt wurde. .
Erwartungsgemäß gehen die höchsten Schallbelastungen von den Bundesautobahnen aus und verlärmen einen breiten Streifen parallel zu den Pisten. An den Autobahntrassen gibt es in der Regel keine direkte Bebauung, die eine Abschirmwirkung für den Bereich dahinter hätte.
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