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Der Geschäftsführer der Karlsruher Verkehrsbetriebe und der Karlsruher Schienen-Infrastruktur-Gesellschaft (KASIG) Dr. Walter Casazza sowie der Prokurist der KASIG und Gesamtprojektleiter der Kombilösung Gerhard Schönbeck erklärten, sie wollten Ängste abbauen, indem sie das Großprojekt erklären und Informationsdefizite beseitigen. Die inzwischen erreichte Planungstiefe erlaube inzwischen, detaillierte Auskunft geben zu können, und so wolle man nun Informationsgespräche mit unterschiedlichen Gruppen starten und letztlich alle Karlsruher erreichen.
Das Großprojekt hatte bei dem Bürgerentscheid vor 5 Jahren bei hoher Wahlbeteiligung (73,3 %) eine Mehrheit von 55,5 % gefunden. Karlsruhe soll so eine straßenbahnfreie Fußgängerzone, die ihren Namen wirklich verdient, erhalten und so an Lebens- und Erlebenswert gewinnen. Die Umgestaltung der Kriegsstraße in einen innerstädtischen Boulevard mit oberirdischer Straßenbahntrasse und unterirdischem Autotunnel soll die gravierende Trennwirkung zwischen Karlstor und Mendelssohnplatz verringern und eine neue ÖPNV-Entwicklungsachse eröffnen. Beide Komponenten sind untrennbar miteinander verbunden, hat immer wieder OB Heinz Fenrich klargestellt.
In jüngerer Vergangenheit haben Einzelhändler Kritik an der Untertunnelung der Kaiserstraße im Zuge der Kombilösung geübt und die Existenz ihrer Geschäfte durch die U-Strab-Baumaßnahmen in der Kaiserstraße als bedroht dargestellt. Es wurden von den Händlern Befürchtungen geäußert ähnlich denen vor 30 Jahren, als die Kaiserstraße vom Autoverkehr befreit wurde. Proteste vom Einzelhandelsverband hatte es auch vor der Errichtung des Einkaufszentrums Ettlinger Tor wegen befürchteter Umsatzeinbrüche gegeben. Der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine geht es darum, sich objektive Informationen und Einschätzungen aus erster Hand zu holen. Sie hatte das Gespräch mit den Planern der Kombilösung längst vor der aktuellen öffentlichen Diskussion mit der KASIG vereinbart.
Bei diesem Gesprächsabend erläuterte Schönbeck, auch mit instruktiven Planskizzen und Fotosimulationen, den aktuellen Planungsstand und technische Details des Projekts, das so komplex ist, dass hier nur wenige Einzelpunkte angesprochen werden können.
Zeitplan und Reihenfolge
Lebhaft, aber sachlich diskutierte man über den Zeitplan für die Umsetzung des Großvorhabens. Die KASIG hat Dezember 2009 als Startzeitpunkt der Baumaßnahmen vorgesehen. Kaiserstraße und Kriegsstraße könnten u. a. wegen der Auszahlung der Zuschüsse nicht gleichzeitig gebaut werden. Beginnen müsse man, so Casazza, den Bau der U-Strab in der Kaiserstraße. Wenn dann bereits beim Stadtbahnverkehr eine Entlastung eingetreten sei, könne man an die Kriegsstraße gehen. Eventuell sei auch eine Überlappung der beiden Baumaßnahmen möglich.
Eine umgekehrte Reihenfolge sei aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll, erläuterte Schönbeck. Die zukünftige Trasse in der Kriegsstraße könnte nur einen Teil der Linien aus der Kaiserstraße übernehmen. Daher werden die Baustellen für die U-Strab-Haltestellen in der Fußgängerzone so angelegt, dass sie nur eine Straßenhälfte betreffen. Die Gleise werden auf die andere Hälfte verschwenkt, so dass der Straßenbahnverkehr in der Kaiserstraße für alle Linien wie bisher weitergeführt werden kann. „Ob da dann drei oder fünf Linien die Baustelle umfahren, spielt keine Rolle“, argumentierte er. Casazza ergänzte mit dem Kostengesichtspunkt, für eine Umleitung der Bahnen über eine umgebaute Kriegsstraße werden mehr Fahrzeuge benötigt, wenn man den Fahrtakt beibehalten will.
Baukosten
Reichen die angesetzten 496 Millionen Euro (Stand Ende 2004) wirklich aus, oder wird es zu solchen Kostensteigerungen kommen, dass die Umgestaltung der Kriegsstraße nur sehr verspätet oder sogar überhaupt nicht realisiert werden kann, fragten Bürgervereinsvorsitzende. Das Vorhaben – so Schönbeck – habe man nicht nur technisch, sondern auch finanziell sehr realistisch geplant. Von der Gesamtsumme entfallen 333 Millionen auf die Untertunnelung der Kaiserstraße und 163 Millionen Euro auf die Neugestaltung der Kriegsstraße. Kostenexplosionen wie zurzeit in Köln und Düsseldorf seien in Karlsruhe nicht zu erwarten, da die Trasse der U-Strab nicht unter Wohn- oder Geschäftshäusern liege. Casazza betonte erneut, dass er als Geschäftsführer sich dafür verbürge, dass beide Teile der Kombilösung plangemäß realisiert würden. Er bot ferner an, auch weiterhin bei den einzelnen Bürgervereinen auf Wunsch zu informieren.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Prof. Dr. Wolfgang Fritz AKB-Vorsitzender
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