Bericht 36 Lichtplan

Lichtplan wird Karlsruhe aufwerten

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe,

gestalterischer Umgang mit Licht soll eine eigene nächtliche Atmosphäre in Karlsruhe schaffen. Die Beleuchtung der Stadt und wichtiger Bauwerke wird zukünftig bewusster gestaltet und so der unverwechselbare Charakter der Stadt und ihre Einzigartigkeit auch nachts hervorgehoben werden. Zumindest der historische Fächergrundriss soll bis 2015 zum großen Teil ins rechte Licht gesetzt sein. Auch viele weitere ausgewählte Gebiete in allen Teilen der Stadt werden attraktiver. Zum Beispiel sollen Bereiche mit den Schwerpunkten Wasser wie der Rheinhafen oder die Günther-Klotz-Anlage oder mit den Schwerpunkten Verkehr wie die Via Triumphalis und eine Vielzahl von Plätzen mit Licht-Objekten gestaltet werden. Einige Pilotprojekte sind heute schon umgesetzt. Das ZKM, das Naturkundemuseum am Friedrichsplatz und das Vierordtbad gehören dazu, ebenso die Illumination des Kirchplatzes St. Stephan oder des Platzes der Grundrechte.

Lichtverschmutzung vermeiden

Bei der Realisierung des Konzepts soll die Lichtverschmutzung möglichst gering, aber die Energieeffizienz möglichst hoch sein. So etwas lässt sich erreichen etwa durch Einsatz von so genannten Gobo-Projektoren, erklärt Christian Vogt von der Firma Vogt & Partner. Die „lichtgestaltenden Ingenieure“ aus dem schweizerischen Winterthur und Freiburg hatten vor über zwei Jahren zusammen mit dem Stadtplanungsamt an Hand von Beispielen aus Zürich dargestellt, wie Karlsruhe mit sinnvoll eingesetzten Licht-Mitteln seine Attraktivität steigern könnte. Nach einer Abklärung mit städtischen Ämtern, dem Regierungspräsidium, aber auch Flugsportvereinen und Bürgervereinen und der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH wurde ein Lichtplan erarbeitet, der jetzt als 300 Seiten umfassendes Grundlagenpapier den möglichen Umgang mit Licht an 115 Punkten im ganzen Stadtbild darstellt und zeigt, wo die Stadt mit Illuminationsprojekten bis zum 300. Stadtgeburtstag inszeniert werden kann. Denn bis 2015 sollen etwa 80 % der Vorschläge umgesetzt sein.

 

 

Nachtbild Karlsruhe Fächer-ppc

Die Fächerstraßen von Karlsruhe werden durch Licht betont.
Bilder: Stadtplanungsamt

ZKM Beleuchtung-ppc

Farbige, teils auch wechselnde Lichter weisen auf das weltweit bekannte Zentrum für Kunst und Medientechnologie hin.

Beispiel Figurbeleuchtung-ppc

Beispiel dafür, wie die Kombination von Licht und Wasser das Wesen von Brunnenfiguren akzentuiert

Lichtplan und die Kosten dafür

Der Planungsausschuss hat den Lichtplan, ein Leitprojekt innerhalb des Masterplans 2015 für die Fächerstadt, Ende April einstimmig zugestimmt. Interessant sei die Idee, durch gezielte Lichtelemente geschichtlich wichtige Gebäude und Orte „Geschichten erzählen zu lassen“, hieß es in der Debatte im Gemeinderat. Gelobt wurde auch, dass bei der Entwicklung des Lichtplans ökonomische, energetische und umweltrelevante Kriterien berücksichtigt wurden. Gewarnt wurde davor, Naturzonen wie Alb, Pfinz und Grünanlagen bei Nacht mit Licht zu überfluten. 

Mit der Frage, welche Ideen vorrangig umgesetzt werden sollen, und mit den Kosten wird sich der Ausschuss noch beschäftigen.

Die Ziele des Lichtplans wurden im Juni im Rathausfoyer dargestellt, so dass die Bürgerinnen und Bürger an Hand der ausgestellten Pläne Mitreden können. Auf den Internetseiten der Stadt ist der illustrierte Plan ebenfalls zu finden. Klar ist zu erkennen: Beleuchtung erfüllt nicht nur funktionale Ansprüche wie Sicherheit. Mittels durchdachtem Lichteinsatz lässt sich auch eine bessere Orientierung bei Nacht und das Herausheben der Stadteingänge erreichen und spezifische Merkmale unserer Stadt hervorheben.

Man kann darüber sinnieren, wie präsentiert sich eigentlich Karlsruhe zum Beispiel den Zugreisenden auf der Haltestelle zwischen Budapest und Paris? Wie kann Reisenden der Eindruck, hier liegt eine faszinierende Stadt an der Strecke, vermittelt werden mit den Methoden der Lichtgestaltung? Wie können die „Nachtschönheiten“ unserer Stadt „herausgeschält“ werden?

Rangfolge der Projekte

Schauen Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, nach, welche Vorschläge für Ihren eigenen Stadtteil zu finden sind. Denn vor allem Sie sind es, die die geplanten Realisierungen als Qualitätsmerkmal der eigenen Stadt wahrnehmen sollen.

Die noch offene Kostenfrage für die Investitionen führt wahrscheinlich zu einer Konzentration des Lichtplans auf einige herausgehobene Projekte. 44 Projekte werden in der Prioritätsstufe eins aufgelistet, 32 bzw. 50 in der Stufe zwei und drei. Zur höchsten Prioritätsstufe gehören beispielsweise die Schlossstrahlen. Das Wasser im Becken des Ludwigsbrunnen soll „aufglimmen“. An der Rheinbrücke soll das Licht weit hinaus leuchten als Lichtspiel auf dem Rhein, die Eisenbahnbrücke in Stahlblau und die Autobrücke weiß unterleuchtet werden. Es gibt so vieles in Karlsruhe, das sein Licht nicht unter den Scheffel gestellt haben sollte, aber nur eine begrenzte Finanzierung, die nur für herausgehobene Projekte reicht.

Bei der Beurteilung, was herausgehobene Projekte sind, können und sollten Sie als Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe ein Wörtchen mitreden.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Prof. Dr. Wolfgang Fritz
AKB-Vorsitzender

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