Bericht 38 Echt gut

Ehrenamt Aktion Echt gut

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe,

vier von zehn Bürgerinnen und Bürger engagieren sich ehrenamtlich und setzen sich freiwillig und unentgeltlich  in ihrer Freizeit für ihre Mitmenschen ein. Das sind in unserem Bundesland rund 4,5 Millionen Menschen, die hierbei zu Recht das Gefühl haben, etwas Gutes und Richtiges zu tun.

In den Bürgervereinen in Karlsruhe steckt ein großes ehrenamtliches Potential. Zählt man nur die Vorstandsmitglieder der 25 Bürgervereine zusammen, so kommt man schon auf einige hundert Damen und Herren. Dazu kommt eine große Zahl von Mitgliedern, die die Arbeit ihres Bürgervereins bei Einzelaktionen oder in Einzelbereichen unterstützen.  So entstand in Karlsruhe ein Netzwerk von rund tausend Persönlichkeiten, die sich mit ihren Fähigkeiten und ihrer Arbeitskraft für ihren Stadtteil, für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen.

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In kontinuierlichem Einsatz und damit als stetige und verlässliche Partner für die kommunalpolitischen Entscheidungsträger setzen sich die Bürgervereine sich für lebenswerte und schöne Stadtteile ein, pflegen das kulturelle Leben, fördern gesellschaftlich Kontakte und zwischenmenschliche Beziehungen in der Bevölkerung. Sie stehen den Bürgerinnen und Bürgern mit Rat und Tat zur Seite, informieren über aktuelle Entwicklungen durch die Bürgerhefte, die sie auch redaktionell erstellen, oder durch Bürgerversammlungen und initiieren Aktionen für gemeinnützige Interessen.

Auf kommunalpolitischer Ebene setzen sie sich durch Verhandlungen und Initiativen für die Interessen der Stadtteilbewohner ein. Sie sind Mittler zwischen der Bürgerschaft und den kommunalpolitischen Entscheidungsträgern. Parteipolitisch und konfessionell unabhängig sehen sie sich als ständige Bürgervertretung, viele der in den vergangenen Jahrzehnten von ihnen eingebrachten Forderungen und Anregungen sind in die Entscheidungen des Gemeinderats und der Stadtverwaltung eingeflossen. All den aktiven Karlsruherinnen und Karlsruher, die sich ehrenamtlich, unentgeltlich und in ihrer Freizeit für ihre Stadt einsetzen, gebührt Dank dafür, dass die Lebensqualität für alle erhalten oder sogar verbessert wird.

Bürgerschaftliches Engagement ist vielfältig

Das bürgerschaftliche Engagement ist natürlich sehr vielfältiger. In Sport- und Musikvereinen, den Kirchen und der Seelsorge, bei der Feuerwehr, den Rettungsorganisationen wie Rotes Kreuz und ASB, im Umweltschutz und der Behindertenarbeit, bei der Integration von Ausländern, Kinderbetreuung und bei der Betreuung von älteren oder kranken Menschen ist der ehrenamtliche Beitrag nicht wegzudenken.

Das bürgerschaftliche Engagement ist unentbehrlich und vielfältig: Ob in Sportvereinen, in der Seelsorge, in Musikvereinen, bei Kirchen, im Umweltschutz oder bei der Feuerwehr, dem THW sowie dem Roten Kreuz - Ehrenamtliche sind aus vielen wichtigen Bereichen unseres Lebens nicht wegzudenken. Insbesondere zwischen den Generationen wird dieses Engagement zunehmend wichtiger und wertvoller. Dies gilt für die Betreuung von kleinen und größeren Kindern genauso wie für den Einsatz für ältere oder kranke Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Der Karlsruher Gemeinderat hat im Herbst 2004 das schon zwei Jahre vorher gegründete „Forum Ehrenamt“ als Beirat eingerichtet und in ihn Vertreter aus den genannten Bereichen berufen. Der Beirat befasst sich unter anderem damit, wie der Nachwuchs im Ehrenamt gefördert werden kann, wie das ehrenamtliche und freiwillige Engagement anerkannt und öffentlichkeitswirksam präsentiert werden kann, welche Qualifizierungsmaßnahmen angeboten werden sollen. Schon 2001wurde das „Aktivbüro“ im Amt für Stadtentwicklung eingerichtet, das gerne  bei der Vermittlung von Bürgerinnen und Bürgern hilft, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.

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Landesweite Aktion „Echt gut!“

Auch die Landesregierung anerkennt, wie wichtig der ehrenamtliche Einsatz für die Gesellschaft ist, und hat mit Unterstützung der EnBW, den Sparkassen und der Landesstiftung einen Wettbewerb „Echt-gut! - Ehrenamt in Baden-Württemberg“ ausgeschrieben. Mitte Januar werden die Einzelpersonen oder Gruppen aus sechs Sparten mit einer Trophäe und einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro für den ersten Preis und jeweils 500 Euro für den 2. und 3. Preis in jeder Kategorie ausgezeichnet.

Aus Karlsruhe könnten sechs Personen bzw. Gruppen bei den Gewinnern sein. Es geht dabei um die Einrichtung einer integrativen Theatergruppe, die russische und deutsche Märchen aufführt, die Unterstützung von Migranten und Migrantinnen bei Behördengängen und in der Nachbarschaftshilfe, um den Aufbau eines Zeitzeugenmuseums über das Unrecht in der Sowjetischen Besatzungszone. Zwölf Schüler und ein Informatikstudent gestalteten eine barrierefreie Internetseite, die die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen berücksichtigt. Vier Schüler der Kimmelmannschule boten in ihrer Freizeit über zwölf Wochen lang einen kostenlosen Kurs für Seniorinnen und Senioren zum Erlernen des Umgangs mit dem PC, Laptop und dem Handy. 20 Jugendliches des Ausbildungsberufes Kaufmann bzw. Kauffrau für Marketing-Kommunikation unterstützen Gleichaltrige, die noch keine Lehrstelle gefunden haben, indem sie ein Werbekonzept entwickelten, um Firmen zur Bereitstellung von Teilausbildungsplätzen zu gewinnen.

Mir wünsche ich, dass auch in Zukunft die Bereitschaft zu ehrenamtlicher Arbeit für die Mitmenschen erhalten bleibt und weiter wächst. Ihnen allen, liebe Karlsruherinnen und Karlsruher, wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2009

Ihr Prof. Dr. Wolfgang Fritz

AKB-Vorsitzender

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