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Diskussionsprozess “City 2015”
Dienstag, 12. November 2002
Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine
Im Projekt “City 2015” der Stadt Karlsruhe hatte sich im Frühjahr auf Einladung der Stadt Karlsruhe der Facharbeitskreis Bürgervereine gebildet und in vier inten- siven Sitzungen an der Weiterentwicklung unserer Innen- stadt gearbeitet. Es gab viele Themenfelder, die “Verkehr- liche Erschließung der Innenstadt”, “Straßenverkehr”, “Trassen für Radfahrer”, “Stadtbild und Ambiente”, “Grün, Freiflächen und Plätze” und nicht zuletzt “Kultur, Freizeit und Sport”.
Die Vertreter der Bürgervereine haben nicht nur über das Generalthema “Verkehrliche Erschließung der Innenstadt” diskutiert, sondern sich auch Gedanken gemacht, welche Auswirkungen Veränderungen in der Innenstadt auf einzelne Stadtteile (die nicht zum Innenstadtbereich gehören) haben können.
Über die U-Strab hat inzwischen der Bürger entschieden. Die Kombilösung war dem Arbeitskreis noch nicht bekannt, aber sie steht nicht im Widerspruch zu unseren Ergeb- nissen. Wir hatten gefordert: Die Funktionen der Fuß- gängerzonen in der Innenstadt müssen verbessert werden. Die deutliche Mehrheit der Vertreter der Bürgervereine wünschte eine Straßenbahnfreie, reine Fußgängerzone, dabei war klar, dass dieses Ziel nur mit dem Bau einer U-Strab erreicht werden kann. Nur eine Minderheit vertrat die Ansicht, dass oberirdische Verbindungen erhalten bleiben könnten. Damit genug zu diesem Thema.
Viele weitere Anregungen zur Stadtentwicklung wurden erarbeitet. Die Fußgängerzonen sollen attraktiver werden. Dazu gehört ein vielfältiges und ausgewogenes Warenan- gebot. Speziell für eine straßenbahnfreie Fußgängerzone sind belebende Elemente durch Gastronomie, Straßen- cafés, Möblierung und Attraktivitäten notwendig. Geschäfts- auslagen, Pavillons und Gastronomie sollen ins Blickfeld rücken. Eine urbane Belebung stärkt die soziale Kontrolle.
In den Fußgängerzonen soll unterschieden werden zwischen Fußwegen und Verweilzonen (z.B. durch verschiedene Pflasterungen). Man kann einige Verweilzonen auch überdachen oder auf gastronomische Inseln hinweisen. Diese sollten ihrerseits eine gute Mischung aufweisen und verschiedene Zielgruppen und Generationen ansprechen.
Die Aufenthaltsqualität von Plätzen gewinnt durch Begrü- nung, der gesamte Kernbereichs der Stadt durch weitere Verkehrsbefreiung bzw. bei den Nebenstraßen durch Verkehrsberuhigung. Die Verbindungsachse vom Bahnhof zum Schloss denken wir uns als Grünachse gestaltet.
Zur Qualitätsverbesserung der Nachkriegsarchitektur sind Investitionen anzuregen und Eigentümer zu motivieren. Im Straßenraum können z. B. Beleuchtungselemente dazu dienen, Funktionen anzuzeigen und Orientierung zu geben.
Der Arbeitskreis hat sich auf das Ziel, Trassen für Radfahrer einzurichten, verständigt und empfiehlt, Radfah- rer an die Fußgängerzonen heranzuführen, Abstellplätze und sichere “Park”möglichkeiten einzurichten und bei der Überdeckelung der Kriegsstraße eine Radroute vorzusehen.
Beim “Stadtbild und Ambiente” hatte sich DIE Gruppe auf die folgenden Ziele verständigt:
Historische Bausubstanz bewahren und schützen
attraktive Architektur besonders hervorheben,
den charakteristischen Stadtgrundriss erhalten und betonen,
mit einer Stadtmöblierung ein Corporate Identity schaffen,
die Sauberkeit in der Innenstadt verbessern,
ausreichende Entsorgungsanlagen und Toilet- ten installieren und pflegen.
und dazu unter anderem empfohlen:
durch eine entsprechende Beleuchtung den Stadt- grundriss (Fächer) unterstreichen,
die Stadtmöblierung einheitlich gestalten,
damit Identifikation und Orientierung geben und
Haltestellen überdachen.
“Grün, Freiflächen und Plätze” machen die Stadt reizvoll.
Die Bürgervereine haben empfohlen:
Grün, Freiflächen und Plätze erhalten und in ein Gesamtkonzept vernetzen,
öffentliche Plätze so gestalten, dass mehr Flair ausstrahlt,
die Innenstadt mehr begrünen,
Verweilzonen in den Fußgängerzonen schaffen,
Bebauungsverbot für vorhandene Grünflächen (z.B. Platz um das Badische Staatstheater).
Mit der Erstellung einer Gesamtkonzeption, einem gestalterischem Gesamtplan für die Innenstadt soll erreicht werden,
die Plätze einladend gestalten, Alleen schaffen, die Strahlenkreuzungen hervorheben,
die Kriegsstraße baulich und gestalterisch durch eine neue Verkehrsplanung umgestalten, die alten Villen können dann wieder zur Geltung kommen,
Der Bahnhofsplatz muss zu einer Visitenkarte der Stadt werden!
Und zum Themenkomplex “Kultur, Freizeit und Sport” wünschte sich der Arbeitskreis mehr Veranstaltungen in der badischen Metropole, die Karlsruhe nach außen noch mehr bekannt machen und den Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern Spaß machen. Dabei sollen regelmäßige Freiluftveranstaltungen auch in der Innenstadt durchgeführt werden. Hierbei muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Veranstaltungen für die Anwohner erträglich sind.
Die Ergebnisse des Facharbeitskreises Bürgervereine - es sind weit mehr als hier aufgezählt - wurden auf der großen Abschlusssitzung des Beteiligungsprozesses City 2015 von Herrn Gunther Spathelf, dem gewählten Sprecher, im Kongresszentrum vorgestellt. Sie werden die Bürgervereine zukünftig noch intensiv beschäftigen. Im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zum einen und der Stadt- verwaltung und politischen Gremien zum anderen werden die Bürgervereine ihre “Scharnierfunktion” wahrnehme und alles tun, damit Karlsruhe noch schöner und attraktiver wird.
Ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2003 wünscht Ihnen
Ihr
Prof. Dr. Wolfgang Fritz
AKB-Vorsitzender
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