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Der Konferenzort, die Hafenstadt Incheon, liegt etwa 30 km westlich von der Hauptstadt Seoul, hat 2,5 Millionen Einwohner und den „besten Flughafen der Welt“ (AETRA Passagierbefragung). Wir beiden Karlsruher freuten uns schon nach der Landung am 1. September über den außerordentlich freundlichen Empfang der Konferenz-Organisatoren und staunten in den folgenden Tagen über das große Interesse der 1000 Kongressteilnehmer an den Vorträgen und den Diskussionen darüber, wie man anderswo kommunale Planungsprozesse zu verbessern versucht. Herr Gerardi trug über den öffentlichen Nahverkehr, das Handlungskonzept „Fahrradfreundliches Karlsruhe“ und die Bürgerbeteiligung bei Planungen vor. Anerkennung fand auch die in meinem Beitrag dargestellte Rolle der Bürgervereine in Karlsruhe und deren Zusammenarbeit mit der Stadt, wie die Diskussion zeigte. Ich glaube, es steckte nicht nur die sprichwörtliche asiatische Tugend der Freundlichkeit, sondern echter Wissensdurst hinter dem gezeigten Interesse, mehr über die sonst in der Welt praktizierten Organisationsformen und Abläufe zu erfahren und daraus Nutzen zu ziehen, z. B. bei dem ehrgeizigen Projekt, am Reißbrett eine ganz neue Stadt mit vielen Wolkenkratzern als Musterstadt zu „designen“. Jetzt befindet sich das koreanische Projekt in der Realisierungsphase.
New Songdo, eine vernetzte Planstadt
Mit dem Fahrrad und unter Führung der Kongress-Organisation erkundeten wir Karlsruher die Großbaustelle für die entstehende Planstadt „New Songdo, die Stadt der Zukunft“. In Incheon entsteht in den nächsten 5 bis 10 Jahren auf 600 Hektar künstlich aufgeschüttetem Land eine neue Stadt für 65.000 Einwohner und für 300.000 Arbeitsplätze. Alles wird miteinander vernetzt sein: Die Daten von Ärzten, Krankenhäusern, Unternehmen, Behörden oder Schulen sollen - eine entsprechende Autorisierung vorausgesetzt - immer und überall zugänglich sein. Per U-Bahn wird Songdo an Seoul angebunden sein, durch viel Grün und Fahrradfreundlichkeit soll die Planstadt auch für ausländische Fachkräfte attraktiv werden. Die Kosten für den Bau der neuen Stadt sind mit immerhin 18 Milliarden Euro veranschlagt. Für uns war es hochinteressant, zu sehen, mit welcher Aufbruchstimmung die Koreaner zu Werke gehen und wie gering der Einfluss von Bedenkenträgern und Erbsenzählern dort zu sein scheint.
Ihr Prof. Dr. Wolfgang Fritz AKB-Vorsitzender
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