Bericht 46 900 Jahre

Rintheim und Beiertheim
900 Jahre

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe,

zwei Stadtteile begehen im Mai dieses Jahres ihr 900-jähriges Jubiläum. Die Bürgervereine Rintheim und Beiertheim feiern mit ihren Bürgern und Bürgerinnen

Rintheim 900 Jahre-Klein
Beiertheim 900 Jahre 100304-Klein

den 900. Geburtstag ihrer seit 1907 nach Karlsruhe eingemeindeten Siedlungen, vor allem im Mai dieses Jahres geht es rund mit Feierstunden, Ausstellungseröffnungen und Festen. Geplant ist am 9. Mai eine gemeinsame Sternfahrt aus Rintheim und aus Beiertheim mit Rädern und einer historischen Straßenbahn zum Rathaus, dort werden die Teilnehmer vom Oberbürgermeister Heinz Fenrich empfangen. Daneben bieten beide Stadtteile  viele weitere Veranstaltungen an, von denen in den Tabellen einige aufgeführt sind. Sie sind gedacht für alle Karlsruher, die Freude am Mitfeiern haben oder mehr über die beiden alten Siedlungen auf Karlruher Gemarkung erfahren wollen.

Während das junge „Carolsruhe“  erst vor 295 Jahren mit der Grundsteinlegung für den Bau des Schlossturms entstanden ist, haben auf der heutigen Gemarkung unserer Stadt schon eine ganze Reihe Siedlungen existiert. So verweisen Grabungsfunde auf Knielinger Gemarkung auf eine Besiedlung schon in der Bronzezeit. Urkundlich erwähnt wurde „Cnutlinga“ (Knielingen) schließlich 786 im Codex des Klosters Lorsch. Daxlanden ist nach Meinung der Historiker ähnlich alt, wurde aber erst im 13. Jahrhundert in Urkunden erwähnt. 991 wurden „Habachesfelt“ (Hagsfeld) und Grötzingen als Besitztum des Klosters Weißenburg urkundlich aufgeführt, und „Stutpferich“ (Stupferich)  wird 1100, „Rietburg“ (Rüppurr)1103 in Urkunden des Klosters Hiersau aufgelistet.

Die hochmittelalterlichen Gründungen Rintheim und Beiertheim wurden erstmalig erwähnt in einer Urkunde von König Heinrich V. (welcher übrigens im Dom zu Speyer begraben liegt). Er bestätigte am 16.08.1110 die Stiftung des Klosters Gottesau und dessen Güterbesitz in Rindan (Rintheim), Burdan (Beiertheim), Knudelingen (Knielingen), Dagemaresdung (Dammerstock) und Elterichsdorf (eine aufgegebene Siedlung in der Nähe des heutigen Thomashofs in Durlach bzw. Stupferich).

Rintheim

In Rintheim leben 5525 Menschen, davon 3/5 in Alt-Rintheim und 2/5 im Rintheimer Feld mit seinen Mietwohnungen in vielgeschossigen Häusern. Die Linie 5 wird noch von den alten Straßenbahnen befahren ( „Holzklasse“ mit Charme)  und verbindet mit dem Rheinhafen.

Der Bürgerverein wurde 1949 nach dem Krieg als Interessensvertretung der Rintheimer wieder gegründet. Niemand weiß genau, wann die erste Gründung stattfand, doch das tut der Aktivität des Bürgervereins keinen Abbruch. Die BV-Vorsitzende Altstadträtin Hilde Willmann kennt sich im „Gestrüpp“ der Vewaltung aus, der gesamte BV-Vorstand kooperiert eng mit den vielen Vereinen. Der „Sandhasen“-Stadtteil zeichnet sich nämlich durch ein ausgesprochen lebendiges Vereinsleben aus, das sich auch an den regelmäßigen Vereinsfesten in der „Dreschhalle“ erkennen lässt.

Rintheim wurde jetzt Sanierungsgebiet nach dem Programm „Soziale Stadt“. Das ist ein bundesweites Programm für Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf, mit dem nicht nur städtebauliche Mängel beseitigt, sondern auch auf soziale und wirtschaftliche Veränderungen reagiert werden soll. Dafür stehen Fördermittel von Bund, Land und Stadt zur Verfügung. Als Voraussetzung für die Aufnahme in dieses Programm hatte der Bürgerverein Handlungsfelder zur sozialstrukturellen und städtebaulichen Verbesserung zusammengestellt. Der Bürgerverein ist von der Kooperation mit der Volkswohnung sehr angetan. Die Stadtverwaltung hat mit Umfragen und Einladungen zu Stadtteilkonferenzen eine fruchtbare Diskussion bei den Rintheimer Bürgerinnen und Bürgern geweckt, die die Chance wahrnehmen, die Lebensqualität ihres Stadtteils zu verbessern.

Beiertheim

3903 Menschen leben in Beiertheim, das zusammen mit dem Nachbarquartier den Stadtteil Beiertheim-Bulach bildet. Schon 1907, als Beiertheim nach Karlsruhe eingemeindet wurde, kam es zur Gründung des Bürgervereins. Die Ehrenvorsitzende Altstadträtin Elisabeth Eisenhauer setzte sich nahezu 2 Jahrzehnte tatkräftig für Beiertheimer Interessen ein. Das tut nun seit 3 Jahren der BV-Vorsitzende Dr. Dieter Brunner mit seiner Vertreterin Dr. Monika Stade, die auch im AKB-Vorstand mitarbeitet, und ein schlagkräftiges Vorstandsteam.

Eine Erhaltungssatzung soll dafür sorgen, dass das eher bürgerliche Quartier seine schöne Bausubstanz nicht noch weiter verliert. Regelmäßig organisiert der Bürgerverein musikalische Veranstaltungen, oftmals im Stephanienbad, das schon Anfang des 19. Jahrhundert als Gesellschaftshaus mit Tanzsaal und Badeanstalt für viele Karlsruher attraktiv gewesen war.

Ein großes Problem für Beiertheim, aber auch für Bulach und Weiherfeld, ist die Südtangente mit ihrer enormen Lärmbelastung und anderen Emissionen wie Feinstaub. Der Ende 2006 endlich fertiggestellte bessere Lärmschutz am Bulacher Kreuz und der Landstraße 605 brachte deutliche Verbesserungen, doch sind weitere Lärmschutzmaßnahmen in diesem Gebiet nach Meinung der Beiertheimer Bevölkerung dringend notwendig.

Zudem ist das Quartier auch durch Lärm der Eisenbahn in Mitleidenschaft gezogen. Die DB ist schon Jahre in Verzug mit der „Lärmkartierung Schienenverkehr“, die von ihr aufgrund einer europäischen Vorgabe zu erstellen ist. Die betroffenen Bürger hoffen auf die baldige Fertigstellung der Kartierung und darauf, durch Lärmminderungsmaßnahmen des Verursachers eine Verbesserung ihrer Lebensqualität zu erfahren.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Prof. Dr. Wolfgang Fritz
AKB-Vorsitzender

BV Rintheim und Vereine/Kirchen - Termine im Jubiläumsjahr 2010

Datum

Veranstaltung

07. Mai

Festakt, Heinz-Schuchmann-Haus

08. Mai

Aktionstag "Junges Rintheim" mit einem vielfältigen Programm für Kinder und die ganze Familie von den Rintheimer Vereinen und Institutionen auf dem Vorplatz der TSV-Sporthalle

09. Mai

Sternfahrt zum Rathaus am Marktplatz mit dem Bürgerverein Beiertheim und gemeinsamer Empfang bei Herrn Oberbürgermeister Heinz Fenrich

27. Juni 10:30

Kath. Kirche, Sommerfest, St. Martin

04. Juli 10:00

Ev. Kirche Zum guten Hirten, Gemeindefest

Ende Juli

Eröffnung Ausstellung 900 Jahre Rintheim, Karlsburg Durlach

17. Oktober

Ver. Chor, Konzert, St. Martin/Gem. Saal

11. Nov 17:00

Kath. Kirche, Martinsumzug, St. Martin

24. Dez 16:15

BV Ver. Chor, Weihnachtssingen, Friedhof 

BV Beiertheim - Termine im Jubiläumsjahr 2010

Datum

Veranstaltung

9. Mai
11:00 Abfahrt

Sternfahrt zum Rathaus am Marktplatz mit dem Bürgerverein Rintheim und gemeinsamer Empfang bei Herrn Oberbürgermeister Heinz Fenrich

15. Mai
11 Uhr

Feierstunde zum 900-jährigen Jubiläum und Ausstellungseröffnung in der Turnhalle bei der Beiertheimer Grund- und Hauptschule. Dauer der Ausstellung bis 23.5.20 10 (Marie-Alexandra-Str. 51 )

16. Mai
14 - 18 Uhr

Präsentationstag der Beiertheimer Vereine und Organisationen im Pfarrzentrum St. Michael (Geschwister-Scholl-Str. 2)

6. Juni
14 - 17 Uhr

Beiertheimer Kaffeetafel - da kommt was auf Sie zu!
(in der Gebhardstraße und Breite Straße)

19. September

Marathon mit geplanter Animationsmeile in Beiertheim (westliche Hohenzollernstraße)

24. Oktober

Festliches Konzert von Chören der Sängergruppe Karlsruhe e.V. in der St. Michael-Kirche

13. November

Stadtteilausstellung zur Ortsgeschichte - 900 Jahre Beiertheim, im Stadtmuseum, Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10,
Dauer der Ausstellung bis 27. Februar 2011

3. Dezember

Konzert mit dem Helmholtzgymnasium in der St. Michael-Kirche

Zurück zu: Berichte
Zum Beginn der Seite