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Die Bürgervereine sind Sprachrohr und Partner
Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe,
in fast allen Stadtteilen Karlsruhes gibt es Bürger- vereine, die die Interessen der Bürger des Stadtteils vertreten. In der AKB sind 25 Bürgervereine zusammengeschlossen. In alphabetischer Reihenfolge sind dies die Bürgervereine Altstadt, Beiertheim, Bergwald, Bulach, Daxlanden, die Bürgergemeinschaft Durlach und Aue, der Bürgerverein Grünwinkel, die Bürgerkommission Hagsfeld, die Bürgervereine Knielingen, Mühlburg, Neureut-Heide, Neureut- Kirchfeld, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Rintheim, die Bürgergemeinschaft Rüppurr, der Bürgerverein Stadtmitte, die Bürger-Gesellschaft Südstadt, der Bürgerverein. Südweststadt, die Bürgergemeinschaft Untermühlsiedlung und die Bürgervereine Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock und Weststadt.
Bereits 1888 hatte die Südstadt mit der Gründung einer Bürgergesellschaft den Anfang gemacht und sich als Verein eintragen lassen. Man wollte dort, geplagt von Bodenspekulation, schlechten Wohnverhältnissen, Dreck und Gestank der Eisenbahn, auf sich aufmerksam machen. Auch in der Weststadt existierte seit 1894 ein Zusammenschluss von Bürgern, die aus ganz konkretem Anlass einen Verein gegründet hatten. Sie wollten ihrer Forderung nach Überbauung des stinkenden Landgrabens, der als Teil der Karlsruher Kanalisation damals noch unbedeckt durch ihren Stadtteil floss, Gehör verschaffen. 1896 entstanden in der Oststadt und auch in der Südweststadt ein Bürgerverein. Und auf 1901 als “offizielles” Gründungsjahr – es gab nämlich Vorläufervereine – stützen sich die Bürgervereine Altstadt und Stadtmitte.
Man fand sich zusammen, um Interessen des Stadtteils gegenüber der Stadtverwaltung zu vertreten und um Mitsprache bei kommunalen Entscheidungen zu erhalten. Man fühlte sich auch als ein offizielles Sprachrohr der Bevölkerung des jeweiligen Stadtteils. Bürgervereine erfüllen eine wichtige Scharnierfunktion.
Erstaunlich: Die zusammengeschlossenen Bürger fühlten sich dennoch dem Gemeinwohl verpflichtet, es stand in der Regel kein kleinkarierter Wir-Egoismus des Quartiers im Vordergrund, bei dem Lösungen nach dem St.-Floriansprinzip, also auf Kosten anderer Stadtteile, gesucht wurden. Man vertrat zwar die Interessen des eigenen Stadtteils, akzeptierte aber auch die Interessen der anderen Bürgervereine. Wie hätte es denn ohne diese Grundhaltung, aufeinander Rücksicht zu nehmen, 1953 zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine kommen können?
Die AKB und vor allem die in ihr zusammen- geschlossenen Bürgervereine sind heute anerkannte Partner der Stadtverwaltung. Die Bürgervereine machen auch Politik, sind aber vom Ansatz her nicht parteipolitisch. Sie bieten damit eine - ich hoffe - wertvolle und notwendige Ergänzung zu dem parteilichen Geschehen in unserer Stadt.
Bürgervereine bilden ein anerkanntes Scharnier zwischen Bürger und Verwaltung. Probleme von Bürgern erfahren sie auf direktem Wege, auf dem Markt, auf der Straße, in der Gaststätte. Bürgervereine werden umgekehrt von der Verwaltung informiert über Planungen und Absichten: Informationsveranstaltung der Stadt Karlsruhe, zu der der Herr Oberbürgermeister einlädt, finden regelmäßig statt und bieten eine gute Chance für einen Dialog mit den Damen und Herren der Verwaltungsspitze und Politikern. Auch die ständige Einladung in den Planungsausschuss ist von Seiten der Oberbürgermeister garantiert. Man hat weiter erreicht, dass die Tagesordnungspunkte zirka 8 Tage vor Sitzung den Vereinen zugeht, so dass den Vereinen die Gelegenheit gegeben ist, Stellung zu beziehen.
Die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine e. V. ist das Dach über die 25 Bürgervereine, die jeweils für ihren Stadtteil selbständig agieren und sich dort kümmern um die Lösung von Verkehrsproblemen, die Verbesserung des Wohnwerts und die Bedürfnisse in der Geschäftswelt; sie nehmen sich der Probleme aller Mitbürger an und stimmen sich mit der Polizei, der Stadtverwaltung und den Verbänden ab.
Diese 25 Bürgervereine wollen zusammenarbeiten, denn viele Probleme des einen Stadtteils sind auch Probleme der Nachbarn. Zweite Rheinbrücke, Nordtangente, Stadtfinanzen, Bewerbungen um die Bundesgartenschau und als Weltkulturstadt sind Beispiele für gesamtstädtische Probleme. Auf der letzten Vollversammlung der AKB haben die Bürgervereine vereinbart, in bestimmten Themen- bereichen enger zusammenzuarbeiten. Hierfür wurden vier Arbeitskreise ins Leben gerufen, die sich mit den Themen
“Verkehr und Umwelt”,
“Stadtteilentwicklung und Versorgung”,
“Vereine, Sport, Bäder und Jugend” sowie
“Soziales und Bildung”
befassen werden.
Die Arbeitskreise sollen stadtteilübergreifende Themen oder gleichartige Problem der einzelnen Bürgervereine zunächst vorbehandeln, ehe sie dann in der Vollversammlung vorgestellt, erforderliche Schritte in die Wege geleitet oder Maßnahmen ergriffen werden. In dieser Vorgehensweise sieht die AKB eine effektivere Arbeit, da die Erfahrungen der verschiedenen eigenständigen Bürgervereine so zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger besser koordiniert werden können.
Tradition und moderne ehrenamtliche Arbeitsweise wollen wir so zum Wohl von Ihnen, den Bürgerinnen und Bürger in unserer Fächerstadt, verknüpfen.
Zum Schluss nicht vergessen möchte ich den Stadtteil Rüppurr, der jetzt sein 900-jähriges Bestehen feiert. Die Bürgergemeinschaft Rüppurr arbeitet schon seit langem an den Festvorbereitungen. Allen Rüppurrern Bürgern ein herzlicher Glückwunsch, und allen Karlsruhern wünsche ich ein fröhliches Mitfeiern
Ihr
Prof. Dr. Wolfgang Fritz
AKB-Vorsitzender
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