Bericht 50 Exotenhaus

Exotenhaus im Tullabad

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe,

alle Fraktionen stehen voll hinter der Neugestaltung des Karlsruher Zoos, konnte vor 1 ½ Jahren Zoodirektorin Dr. von Hegel den Bürgervereinsvorsitzenden auf deren Vollverversammlung mitteilen. In dem sehr informativen, durch Bildpräsentationen unterstützten Vortrag beleuchtete sie die 3 Hauptpunkte der Neugestaltung.

  • Lebensraum Wasser: Gehege für Eisbären (bereits vollendet) und die Bauabschnitte für Seelöwen und Pinguine (vollendet). Nach den Umbaumaßnahmen haben die Gehege die modernsten Wasser-Filtertechniken. Auch ist die Beobachtung der Tiere unter Wasser möglich.
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Das denkmalgeschützte Tullabald soll in ein Exotenhaus umgebaut werden.

  • Grundmaßnahmen um den Lauterberg: am Osthang des Lauterberges entsteht die „Bergwelt Himalaja“. Da der Hang nachzurutschen droht, waren umfangreiche Böschungssicherrungen notwendig. Die Huftierstallungen in der „Afrika-Savanne“ und die Flamingoanlage werden umgestaltet.
     
  • Baumaßnahmen im nördlichen Zoobereich: Neben Umgestaltungen für Elefantengehege, Trampeltier- und Kropfgazellengehege (2011/2013) sowie Flusspferde- und Löwengehege war bislang im Stadthaushalt der Umbau des Tullabades zu einem Exotenhaus mit 18 Millionen € berücksichtigt.

Mitte dieses Jahres stoppte eine Mehrheit im Gemeinderat die bisherigen Planungen für das Exotenhaus. Mit nur 10 Millionen € müsse man als Konsequenz der aktuellen Finanzenge der Stadt auskommen, eine billigere Variante müsse sich u. a. durch Verzicht auf „Veredelungsteile“ und mit einem kleineren Raumprogramm realisieren lassen.

Für „objektiv unmöglich“ hält es dagegen die Verwaltung, ein Exotenhaus einschließlich Zoopädagogik und Gaststätte im denkmalgeschützten Tullabad mit dieser Kostendeckelung zu realisieren. Ein Großteil der Haushaltsmittel sei erforderlich, um eine energetische und zukunftsträchtige Nutzung des 55 Jahre alten Gebäudes zu ermöglichen, außerdem enthalte die Planung keine verzichtbaren Luxuselemente. 

Bürgervereine waren vor Ort

Mitglieder der Bürgervereinsvorstände folgten im Herbst der Einladung des Vereins der Zoofreunde, um sich ein eigenes Bild zu machen über die jetzt gestoppten Umbaupläne und den derzeitigen baulichen Zustand des Tullabades. Die Vorsitzende der Zoofreunde, Stadträtin Gisela Fischer, und der stellvertretende Direktor des Karlsruher Zoos, Herr Dr. Clemens Becker, gaben vertiefende Informationen zu den einzelnen Baumaßnahmen des Zooumbaus und stellten das hinter der Planung stehende integrale Konzept vor. 

Zum 300jährigen Stadtjubiläum und gleichzeitig 150jährigen Bestehen des Zoos im Jahre 2015  soll es  nach einer Beschlussfassung im Gemeinderat im Jahre 2006 zu einer attraktiven Neunutzung des an der Ettlinger Straße gelegenen ehemaligen Tullabades kommen, das aus Wirtschaftlichkeitsgründen im Februar 2008 geschlossen wurde.

Exotenhaus ist eine wertvolle Bereicherung

Das Tullabad wurde 1955 als damals modernstes deutsches Hallenbad in Betrieb genommen. Es markierte in der Nachkriegszeit eine völlig neue Phase in der Geschichte der  Hallenbadarchitektur, steht deshalb unter besonderem Denkmalschutz und soll in ein „Exotenhaus“ für den Zoo umgebaut werden. Dieses geplante Exotenhaus ist für den Zoo eine wertvolle Bereicherung, wird die bisher den Zoobesuchern zur Verfügung stehenden geringen Gebäudeflächen erweitern und Tierpräsentation, die Zoopädagogik und eine Erlebnisgastronomie beherbergen.

Tierpräsentation

Die ehemalige große Schwimmhalle eignet sich besonders zur Darstellung des dreidimensionalen Lebensraumes  „Uferlandschaft“, in den der Besucher beim Durchwandern als Teil eines in sich geschlossenen Ökosystems einbezogen wird. Er begegnet auf seinem Weg Tier- und Pflanzenarten, die aus unterschiedlichen Kontinenten stammen.  Einige dieser Tiergruppen wie Kleinaffen, Kleinsäuger oder Vögel sollen sich frei  bewegen können. Andere Tierarten werden in Volieren und Terrarien präsentiert. In der ehemaligen Kinderschwimmhalle sind mehrere Großterrarien mit Schlangen, Agamen und Kaimanen sowie auch ein Gehege für Schildkröten untergebracht, die auch draußen vor der Scheibenfront zu beobachten sind. An dieser Westseite ist der Eingang für die Zoobesucher.

Nach dem langsamen Abstieg in das ehemalige große Schwimmbecken, das mit einem Fließgewässer, kleinen Teichen und dichter Bepflanzung an ein „Eintauchen“ in eine Uferlandschaft erinnert, betritt der Besucher eine untere Ebene um das Schwimmbecken und trifft auf eine Präsentation von Tieren der Flussufer-Landschaft mit Terrarien und Aquarien (z.B. Fische, Amphibien und Wirbellose). Neuland für den Karlsruher Zoo ist eine Amphibienstation als Teil eines weltweiten Artenschutzprogramms zur Erhaltung  bedrohter Froscharten. Daneben schwirren in einem höhlenartigen Gehege Fledermäuse um die Schultern der „mutigen“ Besucher.

Zoopädagogik

In dem an der Ettlinger Straße gelegenen Gebäudeteil bieten sich ideale Voraussetzungen für den Betrieb einer Zooschule, wo Schulklassen  unabhängig vom Parkbetrieb in Unterrichtsräumen betreut werden können. Hier finden neben den Zoopädagogen auch freie Mitarbeiter wie Lehrer, Studenten und Zoo-Guides neue Betätigungsfelder. Auf zwei Geschossflächen und in der Eingangshalle können Sonderausstellungen, Events und Präsentationen durchgeführt werden.

Publikumsmagnet auch bei Regen und im Winter

Der Zoo freut sich - an der Südseite des Tullabades mit Blickkontakt zum künftigen Spielplatz - ebenfalls über eine attraktive Erweiterungsmöglichkeit im Gastronomiebereich zur Verbesserung der Besucherangebote. Im angrenzenden Hallengebäude wird eine Erlebnisgastronomie eingerichtet, von wo unmittelbar die Tier- und Pflanzenwelt der Exotenhalle bewundert werden kann. Solche Angebote helfen, um Karlsruherinnen und Karlsruher und den vielen auswärtigen Gästen  auch bei Regen oder Schnee den Besuch des schönen zoologischen Gartens attraktiv zu machen.

Realisierung zügig vorantreiben

Der Karlsruher Zoo hat in der Fachwelt einen hervorragenden Ruf und befand sich mit über einer Million Besuchern an siebter Stelle der Zoos in Deutschland. 

Die Bürgervereinsvertreter zeigten sich beeindruckt von dem vorgestellten in sich stimmigen Konzept und vertraten einmütig die Meinung, dass die  radikale Kostenbegrenzung höchstens zu einer untauglichen Lösung führen kann, die kaum besser ist als der ehrliche Verzicht auf den Umbau des Tullabades zu einem attraktiven Exotenhaus. Sie erwarten stattdessen, dass der Gemeinderat bald einen geeigneten Weg findet, so dass die wesentlichen Planungselemente für das Exotenhaus zügig realisiert werden können.

Ihr Prof. Dr. Wolfgang Fritz
AKB-Vorsitzender

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