Bericht 53 Rheinbrücke Stolpersteine AKB-Vorstand

Rheinbrücke, Stolpersteine, AKB-Vorstand

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe,

jder Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine hat sich mit der komplexen Problematik „Rheinbrücke und Nordtangente“ beschäftigt und dabei zwei Bitten an die politisch Verantwortlichen gestellt:

Lärmschutz verbessern, eine kommunale Aufgabe

Die massive Lärmbelastung der Südtangente ist unstrittig, zu ihrer Eindämmung zum Wohl der Südtangentenanwohner muss die Stadt alles unternehmen, gegebenenfalls auch durch freiwillige Leistungen beim Lärmschutz. Wir sehen diese finanziell nicht billige Anstrengung bei der Stadt Karlsruhe liegen. Selbst eine Umwidmung der heutigen Kreisstraße (Südtangente) in eine Bundestraße (durch Änderung des Verlaufs der B 10) würde hieran nichts ändern, da die Stadt auch dann zumindest im Rahmen der Ortsdurchfahrt nach wie vor Baulastträger und somit grundsätzlich alleiniger Kostenträger wäre. .

Ehrenamtlich für ihren Stadtteil aktiv

Die Bürgervereine mit insgesamt über 13.000 Mitgliedern engagieren sich tatkräftig für die Belange ihrer jeweiligen Stadtteile und wirken konstruktiv bei der Gestaltung und Weiterentwicklung ihres Quartiers mit. Sie greifen Anregungen und Nöte ihrer Bewohner, Vereine, Kirchengemeinden, Geschäfte und Schulen auf und tragen sie an die Stadt weiter. Als Sprachrohr der Bevölkerung des Stadtteils sprechen sie mit bei kommunalen Entscheidungen und erfüllen so eine wichtige Scharnierfunktion. Durch ihren ehrenamtlichen Einsatz konnten viele Angelegenheiten des öffentlichen Verkehrs, des Schulwesens, kultureller und sportlicher Einrichtungen frühzeitig und bürgernah aufgegriffen und dadurch gezielt angepasste Lösungen erarbeitet werden.

Die meisten Bürgervereine produzieren periodisch erscheinende Bürgerzeitschriften, die kostenlos an alle Haushaltungen des Stadtteils verteilt werden. Darin und auf ihren Internetseiten berichten sie über Geschehnisse, Probleme und deren Lösungen bzw. Lösungsansätze, aber auch über Fortentwicklungen im Stadtteil.

Widersprüchliche Verkehrsprognosen auflösen

In südlichen und südwestlichen Stadtbereichen (Beiertheim-Bulach, Grünwinkel, Mühlburg, Südweststadt und Rüppurr) wird zur Entlastung der Südtangentenanwohner der Bau einer zweiten Rheinbrücke für den Autoverkehr und die Nordtangente gefordert. Außerdem könne die ohnehin überlastete Südtangente einen weiteren Verkehrszuwachs keinesfalls ertragen.

Demgegenüber wendet man sich in nördlichen und nordwestlichen Stadtbereichen (Knielingen, Neureut-Heide, Nordweststadt und Nordstadt) gegen eine Nordtangente und eine zweite Auto-Rheinbrücke und empfiehlt stattdessen eine Ersatzbrücke anstelle der jetzigen Rheinbrücke. Eine Verkehrsentlastung der Innenstadt und der Südtangente sei durch das PTV-Gutachten widerlegt, die Nordtangente würde im Gegenteil Verkehr erst anziehen,

Bei den jeweiligen Argumentationen spielen also die unterschiedlichen Prognosen über die zu erwartende Verkehrsentwicklung eine bedeutende Rolle.

Das von der Stadt Karlsruhe in Auftrag gegebene PTV-Gutachten prognostiziert einen Stillstand der Verkehrsentwicklung über den Rhein im Karlruher Raum, während das den Überlegungen des Regierungspräsidiums zugrunde gelegte Gutachten des Büros Modus Consult von einer starken Steigerung  des zukünftigen Verkehrsaufkommens ausgeht.

Die Widersprüche in den Prognosen der Verkehrsbelastung behindern einen eigentlich gewünschten breiten Konsens in der Bevölkerung. Der AKB-Vorstand meint, die Klärung der Frage, welche der divergierenden Verkehrsprognosen denn realitätsnah ist, sollte in einer öffentlichen Sach- und Fachschlichtung mit Bürgerbeteiligung angegangen werden. Darüber hinaus sollten in einer solchen Schlichtung weitere Fakten und Alternativen zum gesamten Fragenkomplex „zusätzliche Brücke oder Ersatzbrücke/Nordtangente und (fehlende) Entlastung für die Südtangente“ dargelegt und den Bürgerinnen und Bürgern verständlich gemacht werden.

Stolpersteine

Stolpersteine Karlstraße 48 030520112738 Klein
Stolpersteine Karlstraße 48 030520112743 Haustür -Klein

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE... Ein Stein. Ein Name.

Seit 2005 wurden auch in den Karlsruher Stadtteilen 141 dieser kleinen Mahnmale verlegt. Auf der Seite http://ka.stadtwiki.net/Stolpersteine_Mai_2009 sind die Orte in den Karlsruher Stadtteilen aufgelistet. Die Karlsruher „Koordinierungsgruppe Stolpersteine“ mit Dr. Ernst Otto Bräunche, Dr. Manfred Koch und Jürgen Schuhladen-Krämer will die lokale Organisation auf eine breitere Basis stellen. Der neugewählte AKB-Vorstand will die Karlsruher Erinnerungskultur unterstützen. Hans-Peter Köppel tritt vorerst zur personellen Unterstützung der Koordinationsgruppe bei solange, bis aus den Reihen der Bürgervereine weitere interessierte Personen gefunden sind. Außerdem wird die AKB jährlich einen Stolperstein (95.- €) finanzieren, und empfiehlt den Bürgervereinen, ebenfalls  jährlich einen Stolperstein (möglichst zur Verlegung im eigenen Stadtteil) zu spenden.

 

Neuer AKB-Vorstand

Auf der letzten Vollversammlung wurde der AKB-Vorstand für die nächsten drei Jahre gewählt mit dem Ergebnis: Vorsitzender:  Prof. Dr. Wolfgang Fritz (2. Vors.  BV Oststadt), 2. Vorsitzender:  Jürgen Sickinger (Vors. BV Südweststadt), Schriftführer:  Hans-Peter Köppel (BV Nordweststadt),Schatzmeister: Harald Egerer (BV Südweststadt) , Beisitzer:  Ute Bühler (Vors. BG Durlach und Aue), Matthias Fischer (Vors. BV Knielingen), Jürgen Gröbel (BG Südstadt),  Joachim Hornuff (2. Vors. BV Weiherfeld-Dammerstock), Herbert Müller (Vors. BG Rüppurr), Dr. Monika Stade (2. Vors. BV Beiertheim); kooptiert: Robert Pfeifer (BV Mühlburg)

Herzliche Grüße
Ihr Prof. Dr. Wolfgang Fritz

AKB-Vorstand 2011.

Vordere Reihe (v. l. n. r.): Bühler, Gröbel, Fritz, Egerer. Hintere Reihe: Müller, Fischer, Köppel, Stade, Sickinger, Hornuff, Pfeifer.

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