Bericht 54 Sperrmüll

Sperrmüll auf Abruf

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe!

 „Unsere Bürgerinnen und Bürger klagen über die zunehmende Verschmutzung nach Sperrmüllsammlungen, nächtliche Ruhestörung vor den Sperrmüllterminen, Runden drehender Kleintransporter sowie über Haushalte, die ihren Anliegerverpflichtungen nicht nachkommen und die Kleinteile nach dem Sperrmüll nicht entfernen“, schrieb der Bürgervereinsvorsitzende von Grünwinkel, Herr Karlheinz Schmidt, an Bürgermeister Klaus Stapf nach einer Mitgliederversammlung, in der diese Beschwerden vorgetragen worden waren.

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… statt zu festen Terminen

Der Bürgerverein Grünwinkel appelliert daher an die Stadtverwaltung und an die Fraktionen, den Sperrmüll auf Abruf, wie dies auch andere Großstädte praktizieren, einzuführen und die Sperrmüllbeseitigung zu festen Terminen abzulösen.

Professionelle Sammler aus der ganzen Region und aus Osteuropa beherrschen zu diesen festen Terminen die Straßen, verursachen Lärm und. In der Vergangenheit kam es in einigen Stadtteilen zu Behinderungen, weil Dutzende Sperrmüllsammler mit ihren Fahrzeugen die Straßen blockierten und auf den Gehwegen die von den Bürgern ausgemusterten Artikel durchwühlten.

Auch die CDU Weststadt fordert Abschaffung der festen Sperrmülltermine in Karlsruhe, ihr Vorsitzender Andreas Reifsteck hält eine kostenfreie Sperrmüllabholung pro Jahr für jeden Haushalt sinnvoller. Im Rahmen des Themenabends „Sicherheit“ der CDU Weststadt war aus Polizeikreisen bekannt geworden, dass mit den Sperrmüllterminen die Diebstahlrate, insbesondere die Anzahl der Fahrraddiebstähle, in den betreffenden Stadtteilen und Wohngebieten in Zusammenhang steht. Für die Polizei dränge sich hier der Verdacht auf, dass Diebesbanden den Abtransport von Sperrmüll nach Osteuropa oftmals als Tarnung für erhebliche Diebstahldelikte nutzen. Die Fahrräder seien - zerlegt in Einzelteile und verteilt auf mehrere Fahrzeuge - zwischen dem Sperrmüll so gut wie nicht mehr auffindbar.

Der Bürgerverein Waldstadt – so der Vorsitzende Dr. Hubert Keller – hatte im Gespräch mit dem Polizeirevier Waldstadt ähnliches erfahren. So waren im Gefolge der Sperrmüllsammler auch „Radsammler“ unterwegs, die – ausgerüstet mit Bolzenschneidern – über 50 Fahrräder entwendeten.

Elektrogroßgeräte gehören nicht mehr zum Sperrmüll

Problematisch wird es, sagt das Umweltdezernat, wenn „Kühlschränke oder anderer Schrott vor Ort ausgeschlachtet werden und dabei Schadstoffe austreten“. Dies ist ein ökologisches Problem und auch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Die Abfallentsorgungssatzung hat der Gemeinderat daher geändert. Seit 2010 nehmen die Sperrmüll-Fahrzeuge des Amtes für Abfallwirtschaft (AfA) keine Elektro-großgeräte mehr mit.

Für defekte Kühltruhen, Elektroherde, Waschmaschinen und Trockner können die Bürger Abholtermine können unter der Telefonnummer 133-1003 ausmachen. Innerhalb von zwei Wochen kommt das Abhol-Fahrzeug am vereinbarten Tag. Dies geht zweimal pro Jahr kostenlos.

Soziale Aspekte

Die zunehmende Dominanz der Professionellen bedroht den „sozialen Aspekt“: Weniger gut bestellten Mitbürgerinnen und Mitbürgern soll durch feste Sperrmülltermine ermöglicht werden, gebrauchsfähige Gegenstände für Wohnung und Haushalt zu finden. Deswegen und weil so die Recyclingquote erhöht werde, hat der Gemeinderat bisher an den festen Sperrmüllterminen für ganze Straßenzüge festgehalten. Aber es gibt andere Möglichkeiten, dies zu erreichen.

Nachbarstädte

In den Nachbarstädten Baden-Baden, Heidelberg und in Mannheim wird längst das Abrufmodell angewandt, 2-mal jährlich kann man sich für eine kostenlose Abholung anmelden.

Die Abfallwirtschaft Mannheim beachtet dabei den „sozialen Aspekt“ und hat sich etwas einfallen lassen und einen Tausch- und Verschenkmarkt eingerichtet. Auf dieser Onlinebörse können gebrauchte, gut erhaltene Gegenstände kostenlos verschenkt oder getauscht werden.

Abrufsystem in den Stadtteilen, die es wünschen

Muss eigentlich über ganz Karlsruhe ein einheitliches System gestülpt sein? Beim letzten Kooperationsgespräch der Bürgervereine mit Bürgermeister Wolfram Jäger zeigte sich, dass man in einer Reihe von Stadtteilen mit dem jetzigen System der Sperrmüllabholung zu festen Terminen durchaus zufrie-den ist. Gut wäre eine Umstellung auf das Abrufsystem in den Stadtteilen, die sich unter dem jetzigen System stark belästigt fühlen. In den anderen Stadtteilen könnten die festen Termine beibehalten werden.

Herzliche Grüße
Ihr Prof. Dr. Wolfgang Fritz

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