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Es gibt sie längst, die „Flüster-Bremssohlen“ aus Verbundstoffen, die eine 5-Dezibel-Absenkung bringen soll. Man baut heute emissionsarme Wagen, die mit neuen K- oder LL-Sohlen (K-Sohlen = Komposit-Bremssohlen und LL-Sohlen = Low-Low-Bremssohlen) ausgerüstet sind. 5000 Euro sind die Umrüstkosten für einen alten Güterwaggon. In Deutschland fahren etwa 282.000 Güterwagen, davon 135.000 deutsche, die der DB oder privaten Betreibern gehören. Bis zu 40 Jahre alt sind die Waggons, die Technik ist primitiv und laut.
Lärmabhängige Trassengebühren
Die längst fällige Einführung lärmabhängiger Trassengebühren könnte die Betreiber dazu bringen, für Lärmschutz zu investieren. Zuständig dafür, dass endlich etwas passiert, ist der Bund, der gleichzeitig Hauptaktionär der DB-AG ist. Die Mitglieder des Bundestags sind gefordert, Druck auf das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung auszuüben.
Mehrverkehr frisst die Entlastung wieder teilweise auf
Der Güterverkehr wird zahlenmäßig ausgebaut, es kommen mehr und schwerere Züge. Neue elektronische Steuerungen werden installiert, sie werden die Zugdichte weiter erhöhen. So entsteht scheibchenweise eine komplett neue Bahnstrecke, ohne die strengen Lärmschutzauflagen, die bei einem grundlegenden Ausbau greifen würden, die Menschen schützt.
Die Karlsruher Firma PTV hat für die Landesregierung eine „Prognose der Fahrgastzahlen im Schienenpersonennahverkehr und Güterzugbelastungen bis 2025“ erstellt und kommt zu dem Schluss, dass auf der Rheintalstrecke Mannheim-Karlsruhe-Basel bis zum Jahr 2025 etwa mit einer Verdoppelung der Zahl der Güterzüge zu rechnen ist. Das bedeutet eine Erhöhung der Lärmbelastung um 3 Dezibel, frisst also die beabsichtigten Verbesserungen zum Teil wieder auf.
Wenn auch die Einstellung der Bevölkerung zur Mobilität und zur Schiene grundsätzlich positiv ist, so müsste dennoch die Politik (Berlin) dafür sorgen, dass die dem Stand der Technik entsprechenden und volkswirtschaftlich sinnvollen Lärmschutzmaßnahmen zügig durchgesetzt werden.
Ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr wünsche ich Ihnen
Ihr Prof. Dr. Wolfgang Fritz AKB-Vorsitzender
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