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Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe,
„Die Stadt Karlsruhe muss man sehen wie einen Markenzeichen“, erklärte Herr Wolfram Kratzat, Geschäftsführer des Stadtmarketing Karlsruhe, den Vorsitzenden der 25 Bürgervereine, die sich zu einer Vollversammlung zusammengefunden hatten. Mittel- und langfristig müsse die Stadt „positioniert“ werden, ihre Stärken, ihr Profil muss besser herausgestellt werden.
Der Wettbewerb zwischen den Städten ist voll entbrannt. Die Kommunen wetteifern um Kunden, Gäste, ansiedlungswillige Unternehmen, Infrastrukturinvestitionen, Kultur-, Sozial- und Freizeiteinrichtungen und nicht zuletzt auch um Einwohner. Während bis vor einigen Jahren vorwiegend konzeptionell gearbeitet wurde, setzte in jüngerer Zeit eine enorme Professionalisierungswelle im Stadtmarketing ein. In Karlsruhe und vielen anderen Städten entstanden eigene Stadtmarketingorganisationen mit hauptberuflichen Kräften. Stadtmarketing ist also längst mehr als „ein bisschen Gemeinschaftswerbung“. Auszuwerten sind umfangreiches statistische Datenmaterial, Zeitungsartikel, Interviews mit Bürgern, Vertretern aus der Wirtschaft, dem Einzelhandel, dem Kulturbereich, dem Gaststätten- und Hotelbereich und und und... .
Aus den zahlreichen Untersuchungen müssen dann konkrete Ergebnisse gewonnen werden, nach denen gehandelt werden soll. Das Problem dabei ist: Die Vielzahl der Wünsche für einen Handlungsbedarf steht in Widerspruch zu einem prägnanten Konzept, das keine Verzettelung dulden sollte, sondern das gewünschte Profil von Karlsruhe durch eine kluge Auswahl von Schwerpunkten kennzeichnet. Das heißt: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Und erntet zwangsläufig auch Kritik.
Von der Stadtmarketing GmbH, die zu 51 % von der Stadt Karlsruhe und zu 49 % durch private Unternehmen getragen wird, kommt der Vorschlag, ein Markenzeichen zu entwickeln, das aufbaut auf die Besonderheit von Karlsruhe, die hochschulreichste Stadt in Baden-Württemberg zu sein und das Herz der TechnologieRegion mit vielen mittelständischen innovativen Unternehmen zu bilden. Eine weitere Besonderheit für das Image ist die breite Kulturlandschaft der ehemaligen badischen Landeshauptstadt mit ihren vielen Institutionen. Und schließlich soll Karlsruhe punkten als Stadt mit der sympathischen badischen Lebensart, die sich über den badischen Wein und ihrer Esskultur hinausgeht und vor allem in der Offenheit und badischen Toleranz begründet ist, die einstmals ganz Baden den Ruf des „Musterländle“ gebracht hat.
Die Vorsitzenden der Bürgervereine wünschten sich darüber hinaus die Darstellung des hohen bürgerschaftlichen Engagements aus den Stadtteilen, wie es sich auch durch die Arbeit der traditionsreichen Bürgervereine zeigt. Vorgeschlagen wurde auch die Berücksichtigung vieler anderer Stärken der Stadt, so ihre Rolle als „Residenz des Rechts“ und ihre bedeutenden Erfinder wie Carl Benz und Heinrich Hertz. Zwischenzeitlich wird öffentlich vor allem in der Geschäftswelt aus den Stadtteilen der zentrale Ansatz des Konzepts diskutiert. Man darf gespannt sein, wie alle diese Interessen vereinbart werden können mit einem klaren Gesamtkonzept für Karlsruhe, in dem sich zwar nicht jedes Teilinteresse ausdrücklich wiederfindet, von dem aber mit der Gesamtstadt auch möglichst viele Einzelgruppen profitieren können.
Ihr
Prof. Dr. Wolfgang Fritz
AKB-Vorsitzender
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