Bericht 8 Grünabfall

Wohin mit dem Grünabfall?

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe,

die große Zeit der Gartenabfälle, der Herbst mit seinem Laub, hat begonnen. Doch wer seinen Garten richtig auf Vordermann bringen will, hat des dieses Jahr schwerer als früher. Für die Entsorgung bereit stehen die Grünabfallcontainer der Stadt. Zehn davon, alles unbewachte Container, wurden Anfang Juli abgebaut, denn der Gemeinderat hatte eine Neuordnung der Grüncontainer zum 01.07.2003 als Sparmaßnahme beschlossen. Die restlichen Stationen sollen den Mehranfall übernehmen.

Beschwerden hagelte es aus allen Stadtteilen Karlsruhes. „Wir von der Bürgergemeinschaft Nordweststadt haben uns bei OB Fenrich, BM Eidenmüller sowie allen Gemeinderatsfraktionen beschwert, dass man uns den Grünabfallcontainer in der Nordweststadt weggenommen hat“, äußerte sich der Bürgervereinsvorsitzende Gunther Spathelf. Und Peter Cernoch schreibt für den Bürgerverein Nordstadt, „uns geht z. B. um Mühlcontainer am Altenflughafen, der aus unserer Sicht erhalten bleiben sollte.“ und fordert, „dass trotz der nötigen Sparmassnahmen auch die nötige Bürgernähe erhalten bleibt,“

Dabei geht es noch nicht einmal nur darum, dass die Zahl reduziert wurde, Unzufriedenheit ist auch eine Folge der Abschaffung der freien Zugänglichkeit. Wolfgang Seilstorfer aus Weiherfeld weist darauf hin: „Bei der Durchsicht sämtlicher Öffnungszeiten der einzelnen verbliebenen Abgabemöglichkeiten der Grünabfälle im Internet musste ich feststellen, dass die Öffnungszeiten auf den Personenkreis der Rentner und Pensionäre abstellt ist, jedoch nicht auf den Personenkreis, der sich im produktiven Alltag befindet. Jeder Beschäftigte, ausgenommen Schichtdienst, hat in der Regel sein tägliches Arbeitsende gegen 16.00Uhr.“

Immerhin, am Samstag kann der Hobbygärtner seine Grünabfälle zum Beispiel zu den beiden Kompostplätzen in Grötzingen und Neureut oder zur nächstgelegenen beaufsichtigten Wertstoffstation bringen, die nun vorläufig auch samstags kundenfreundlich zwei Stunden länger bis 16 Uhr geöffnet sind. Organisatorisch werde dies durch Verschiebungen der Arbeitszeiten geregelt, dabei seien die finanziellen Auswirkungen abzuwarten, sagte Peter Blank, der Leiter des Amts für Abfallwirtschaft. Und tatsächlich, an der Wertstoffstation Daxlanden war am Samstag auch nach 14 Uhr viel los, vor allem Grünabfälle und Holz wurden abgeladen, Dieses Bedürfnis sollte beibehalten werden, selbst wenn es sich „nicht rechnen“ sollte. Und wenn man richtig rechnet, muss man durch unzureichende Zugänglichkeit provozierte wilde Ablagerung mitberücksichtigen.

Wir begrüßen es, dass viele Stadträtinnen und Stadträte aus allen Fraktionen uns zusagten, sie wollten sich dafür einsetzen, dass abgezogene Grünabfallcontainer wieder aufgestellt werden. Die nächste Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Gesundheit findet allerdings erst wieder im Oktober statt. Nach Bürgermeister Ullrich Eidenmüller „muss jede Organisation die Auswirkungen ihrer Beschlüsse überprüfen“. Es sei dann Sache der Ausschussdebatte, ob der Beschluss beibehalten oder in Einzelteilen korrigiert wird.

Der frühere Zustand sollte wieder angestrebt werden, der zuletzt eigentlich alle zufriedengestellt hatte, nachdem die Behälter seit einiger Zeit „anfallgerecht“ gewechselt wurden.

Ihr

Prof. Dr. Wolfgang Fritz

AKB-Vorsitzender

 

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